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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Die pflanzlichen Nahrungs- und Genussniittel.

Nach Tl SteffeckM kommt seit einiger Zeit unter dem NamenGelbsaat" ein weisserRapssamen (Brassica indica, Napns oleifera annna) in den Handel, welcher alsweisser Senf" aus-gegeben und verkauft wird, C. 0. Harz') beschreibt einen ähnlichenfalschen Senf", welcher mitder 1877 von L. Wittmack beschriebenen Guzerat-Saa t", von Sinapis glauca herrührend, nichtgleich ist, sondern nach der Beschaffenheit der Stabzellen der Brassica Rapa L. nahe steht und vonihm als Brassica iberifolia bezeichnet wird.

Die ehemische Zusammensetzung dieser und anderer hierher gehörigen Samen ist folgende:

Bezeichnung

Wasser

Stickstoff-Substanz

Fett

StE

ickstofffreiertraktstoffe

Rohfaser

Asche

(Juzerat-ßaps .

, 5,60%

15,50 %

45,51 %

14,58%

15,31 "/

3,50 7c

Brassica indica .

. 6.10,,

22,63

14,19

19,31

4,17

3,60

,, iberifolia

. 6,02

22,76

+ 5.14

12,42

9,54

4,12»

Sinapis arvensis L,

. 8.93

28 "2

26,41 ,,

21,38

9,46

5,60

lieber die Zusammensetzung der zur Verfälschung dienenden Samen von Kaps, Rübsen vergl.S. 801.

1000 Korn des echten weissen Senfsamens wiegen 4,885 g

1000 falschen Senfsamens No. 2 u. 3 4,973

Auch die Grösse ist nahezu gleich; echter weisser Senf ist 1,7 2,45, selten bis 2,75 mm.falscher Seuf 1,8 2,6 nun, selten bis 2,9 mm laug.

Verrührt man den gepulverten echten weissen Senfsamen mit Wasser, so tritt, weil derselbe,wie schon angegeben, kein myronsaures Kalium enthält, kein Senfölgerueh auf: auch liefert derselbebei der Destillation kein flüchtige* Oel. Der gepulverte falsche, weisse Senfsamen giebt dagegen, mitWasser angerührt, sofort einen scharfen Geruch nach Senföl; er enthalt ungefähr 1,91 % myronsauresKalium und 6,58 "/o Sinapin.

Bringt man die echten weissen Senfsamen in Wasser, so scheidet sich eine Gallerte ab; bei demfalschen Senfsamen ist dieses nicht der Fall.

Der aus dem weissen Senfsamen dargestellte Mostrich zeigt einen widerlichen, bitteren, wenigerii harfen Geschmack als der aus echtem Senfsamen gewonnene Mostrich.

Der Senfsamen bezw. das Senfiueh! soll in der lufttrocknen Substanz nach den Verein-barungen deutscher Nahruugvniitekhe.n'fcer 3 ) nicht mehr wie 4,5% Gesammtasche uud 0,5%iu Salzsäure Unlösliches ('Sand. Thon etc.) enthalten.

#. }fusk(JltllJI.SS. Die Maskatnusa bildet den von dem Samenuiantel (sog.Muskatblütbe) und der glänzenden, brauneu, zerbrechlichen Sameuschale befreiten, nurmit der innersten Schicht der letzteren bekleideten Samenkern des Muskatnuss-baumes. Man unterscheidet im Hände! zwei Sorten Muskatnüsse 4 ), nämlich:

a) Die echten Muskatnüsse von den; zw den Myrisücaceen gehörenden, den Lau-rineen nahestehenden Baum Myristiea fragrans Houtt. (= M. officinalis L. f.) oderM. mosehata Thunberg (= Bf. aromatica Lara.). Der Bfuskatnussbaum wird grössten-theils auf den Mobxkken, besonders auf den Inseln der Bandagruppe, ferner in (ierMinahassa auf Celebes, auf den Sanhiriinseln uud auf Sumatra u. s. w. angebaut.Der Muskatuussbaurn ist zweihäusig (diöcisch); die männlichen Bäume tragenBlüthen in Trauben, die weiblichen einzelstehende Blüfhen; man pflegt in denPflanzungen nur so viel männliche Bäume steken zu bissen, als zur Befruchtung(1 : 20) nothwendig sind. Die Frucht ist eine kapselartige, kugelig-eirunde, ocker-

'.) Landw. Versuchs-Stationen 1886, 33, 411.

') Botan. Centralbl. 1887, 8, 249.

:i ) Vergl. hier wie bei den anderen GewürzenVereinbarungen zur einheitlichen Untersuchunguud Benrtheilung von Nahrungs- und Genussmitteln", Berlin 1899, 2, 55 u. 56.

"i Vergl. W. Busse, Arbeiten a. d. Kaiser!. Gesuudheitsamte 1895, 11, 390 und ö. Warburg,Die Muskatnuss, ihre Geschichte, Botanik, Kultur etc., Leipzig 1897.