Gewürze.
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mit ■warmem "Wasser aus dem vorhandenen myronsauren Kalium oder Sinigrin(Ci 0 H lc KNSi,O 9 + H 2 O), indem letzteres (vergl. S. 137) durch Myrosin als Fer-ment in Senföl, Zucker und saueres schwefelsaures Kalium gespalten wirdnach der Gleichung:
Ci 0 H 18 KNS 2 O 10 ;
Myronsaures Kalium =
C 3 H 5 . N: CS + C 6 H 18 0 9 + KHS0 4
Saueresschwefel-sauresKalium.
Senföl
+ Zucker +
Das myronsaure Kalium (Sinigrin) bildet nach Gadamer l ), gereinigt, links-drehende, glänzende Nadeln, welche erst nach 20-stündigem Erhitzen im Vakuumein Molekül Wasser verlieren. Bei der Hydrolyse durch Myrosin soll sich erst eine
/OH
Zwischen-Verbindung C ^— SH bilden.\ NC 3 0 6In dem weissen Senfsamen soll nach H. Will statt des myronsauren Kaliumsim schwarzen Senf eine ähnliche Verbindung, das Sinaibin (C a0 H 44 N 2 S ä O 16 )vorkommen, das wie jenes durch Myrosin gespalten wird und in Zucker (C g Hj]g0 6 )saures schwefelsaures Sinapin (C lG H 24 N0 6 , HS0 4 -(- 2 H 2 0) und Schwefelcyan-Akrinyibezw. Sinalbinsenföl (C 7 H 7 O.SCN) zerfällt. Das Sinapin ist nach Gadamer einEster des Cholins und der Sinapiasäure (G u H 12 O s ). H. Salkowski*) hat versucht,dasselbe künstlich darzustellen.
Nach R. Ulbricht 8 ), Schuster und Mecke*) liefern alle Brassica-Arten (Rapsund Rübsen) mehr oder weniger Senföl, nämlich 0,032 bis 0,452 °/ () — letztere höchsteMenge für indischen Raps —; die zugehörigen Oelkuchen liefern erheblich mehr,nämlich 0,23—0,79 °/ 0 Senföl, welche Zunahme durch Erwärmen der zerkleinertenSaat auf 70° vor dem Pressen bewirkt wird.
Die Zusammensetzung der Asche der Senfsamen ist im Mittel von 3 Analysenfolgende:
Phosphor- Schwefel- Kiesel- „..säure2,48 % 0,53 %
Reinasche4,20 »/o
Kali16,15%
Natron5,34 %
Kalk Magnesia Eisenoxyd19,24 % 10.51 % 0,99 % 39,92 %
saure4,92 %
Verfälschungen des Senfs. Wie schon erwähnt ist, werden dem Senf für den Hausgebraucheine Reihe anderer Gewürze, ferner Zucker, "Wein, Essig zugesetzt, welche den Geschmack desselbenverbessern bezw. zusagender machen sollen. Diese Art Zusätze wird man daher nicht als Ver-fälschungen auffassen können. Auch fragt es sich, ob der übliche Zusatz von Mehl (Weizen- undMaismehl) als Verfälschung bezeichnet werden darf, da er die physikalischen Eigenschaften des Senf-teiges verbessern soll. Jedenfalls aber wäre es wünschenswerth, dass hier eine Grenze, bis zu welcherdieser Zusatz zulässig sein soll, festgesetzt würde, oder aber dass die so vermischten Senfmehle vonden reinen unverinischten durch irgend einen kennzeichnenden Namen im Handel unterschieden würden.
Als Verfälschung muss jedoch der Zusatz von ähnlichen Oelsamen (wie Raps- und Rübsensamen),Ackersenfsamen, ferner von Leinsamen etc. bezw. deren entfetteten Rückständen bezeichnet werden, wieebenso der Zusatz von Kurkumapnlver, oder von Bolus, um die matte Farbe wieder aufzubessern; nichtminder ist natürlich ein etwaiger Zusatz von Kreide oder Ziegelmehl als Verfälschung anzusehen.
') Pharm.-Ztg. 1896, 41, 66*.
2 ) Berichte d. deutseben ehem. Gesellsch. 1889, 22, 21*7.
a ) Centralhl. f. Agrie. Chem. 1890, 19, 53.
') Chem.-Ztg. 1892, 16, 1954.