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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Künstliche Siissstoffe.

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Das Diphenatolkarbamid ß0 < NH 0 H 0 C° fe' welches von Thoms in. ähnlicherWeise, aber unter anderen Versuchsbedingungen erhalten wurde, besitzt keinen süssen Ge-schmack, sondern ist geschmacklos. Wendet man statt Paraphenetidin Paraanisidin

O PH

(' 6 H 4< T^rr 3 an, so erhält man das ebenfalls süss schmeckende Paraanisolkarbamid.

Das auf vorstehende Weise aus Paraphenetidin, Kohleuoxyehlorid und weiter durch

Behandeln mit Ammoniak erhalteneParaphenatolkarbamid" ist dasSukrol" des Handels.

Thoms') hat aber auch durch Erhitzen des obigen. Diparaphenetolkarbamids mit der

äquimolekularen Menge gewöhnlichen Harnstoffes im Autoklaven auf löU" ebenfalls das

Monosubstitutionserzeuguiss nach folgender Gleichung erhalten:

CO

. NH C, H* 0 C a H 5NH-CjBU-O-CjH,

CO

NH

2 = 2 00

. NR,NH'

NH 2 ^ NH C e U 4 0 C, H 5

und wird das so gewonnene Paraphenetolkarbamid unter dem NamenDulein" in denHandel gebracht.

Das Sukrol wie Dnlcin bilden krystallinische Pulver von mehr oder weniger weisserFarbe, die sich fettig anfühlen; unter dem Mikroskop zeigen beide Körper schön aus-gebildete, schmale, rhombische Tafeln und Nadeln; der Schmelzpunkt der ganz reinen Prä-parate liegt bei 172174", der der weniger reinen Handelssorten bei 160162°. Je 1 g Sukroloder Dulciu lösen sich:

In Wasser von

In Alkohol bei gewöhnlicherTemperatur von Gehalt:

8 10",in 800 Thln.

100°,50 Thln.

90 %25 Thln.

45 »/.80 Thln.

80"

0,650 Thle.

15 18 ",700 Thln.

Nach Neumann-Wender 2 ) lösen 100 Theile Wasser von:

20" 30° 40° 50° 60° 70"

Stvkrol 0,160 0,216 0,380 0,480 0,520 0,600

Diese Schwerlöslichkeit in Wasser steht der allgemeinen Anwendbarkeit desselben ent-gegen. Die wässerige Lösung wird durch längeres Stehen und durch Kochen nicht verändert.Sukrol und Dulciu sind nach Pasohkis leicht löslich in Aether und heisser Salzsäure,ferner 1 Tbl derselben in 460480 Thln. Glycerin. Durch Erhitzen auf 200° gehen sieunter Entwickelung von Ammoniak in das Disubstitutions-Erzeugniss über.

Die Süsskraft (Dulcidität) dieser Süssstoffe ist 175200-mal grösser als die des Rohr-zuckers; dabei der Geschmack roiner und angenehmer als der des Saccharins, sodass dieserSüssstoff als der gefährlichste Feind der -Rübenzuckerindustrie bezeichnet worden ist.

Nach Neu mann-Wen der (1. c.) u. a. meiden Insekten das Sukrol bezw. Dulcin ebensobeharrlich wie Saccharin; dagegen wurde es von Hunden, Hühnern, Enten und Sperlingenohne merklichen Widerwillen und ohne schädliche Folgen verzehrt. Bei Einnahme von0,30,5 g Dulcin konnte Neumann-Wen der keine Spur davon im Harn nachweisen; eswird daher, wie auch Paschkis 3 ) fand, im Körper zersetzt. Bei Einnahme von 0,6 gdagegen fanden sich Spuren Dulcin im Harn und stellte sich ein Unbehagen mit Druck inder Magengegend ein. A. Kossei und Kwald 4 ) konnten selbst, bei täglichen'Gaben von1,5 g und von 0,4 g während dreier Wochen keine nachtheiligen Nebenwirkungen des Dulcinsbei Patienten beobachten. Sie verfütterten an 20 25 kg schwere Hunde täglich 2,0 g Dulcinohne wesentliche Störungen; erst als 4 g im Tage gereicht wurden, frassen die Hunde über-haupt nicht mehr, fielen sehr ab und trat im Harn derselben Gallenfarbstoff auf. Ein-

') Berichte der pharm. Gesellschaft Berlin 1890, 3, 137.

2 | Zeitschr. f. Nahrungsm.-Untenan hnng, Hygiene und "Waarenknnde 1893, 7, 237.

) Therapeut. Blätter 1892, No. 8.

') Du Bois-Reymo.nd's Archiv 1893, 389.

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