,i'*
1006
Die pflanzlichen Nahrungs- und Gemissmittel.
No.
Eaffinirtes Saccharin oder Sy-kose (rein, 550-faeh) .
Reines Saccharin oder Sykose,350-fach......
Sykose, leicht löslich, raffinirt,4 75-fach ......
Desgl. leicht löslich, 300-fach
Saccharin-Tabletten ....
Grosse, desgl. (N) ....
Randolin.......
Saccharin-Tabletten (M) (mitMilchzucker).....
c £"■-
.5
cd
■9 £
s8
3 R
/o
0,33
5,10
3,78
4,82
17,02
0,43
5,58
07,45
62,35
ö '*
—
0,43
—
38,26
86,4!)
—
54,76
—
78,58
—
40,39
—
3,84
—
21,41
—
7,81
40,721,272,381,28
0,95
15,56
93,38
34,88
0,28
0,27
Änderung zu erleiden, noch von der Körpersobstanz festgehalten zu werden. Bruylants*)nahm 4-mal Dosen von 0,5—2,0 g Saccharin und fand nach 24 Stunden 80—8« % desselbenim Harn wieder. In der Milch eines Schafes wurde nach Dosen von 1 g kein Saccharin, bei2 g Spuren, bei 5 g grosse Mengen von Saccharin nachgewiesen.
Auch E. Salkowski (1. c.) und Stift fanden nach Verfiitterung von Saccharin beieinem Hund bezw. Kaninchen einen stark süss schmeckenden Stoff im Harn der Thiere bezw.reichliche Mengen Saccharin. C. Kornauth") konnte nach Verfiitterung von Saccharin an einSchwein im Harn desselben 98,3 % des gereichten Saccharins nachweisen.
Von anderer Seite ist beobachtet worden, dass Thiere an sich einen natürlichen Widerwillengegen Saccharin besitzen, so z. B. die. Ameisen nach Hager, die Wespen nach Fischerund Rabow, die Hunde nach Liehreich und Stift. Offenbar handelt es sich hierwenigstens bei Hunden um individuelle Erscheinungen; denn in anderen eben so häufigenFällen haben Hunde das Saccharin ohne Anstand verzehrt und giebt es auch Hunde, diesogar den höchst wertvollen Nährstoff Bohrzucker verschmähen, wenn sie nicht daran ge-wöhnt sind. Dass Insekten das Saccharin nicht nehmen, hat vielleicht darin seinen Grund,dass sie darin nicht die ihnen nüthige Nahrung finden.
Sogar giftige Wirkungen sind dem Saccharin zugeschrieben.
In erster Linie sind hier die Versuche zu nennen, welche im Auftrage der französischenBegierung 4 ) eine Kommission von Gelehrten an Thieren, und zwar an Hunden, anstellte.Man fand bei fast allen Versuchstieren, dass dieselben während des Genusses von Saccharinbei sonst gleicher Fütterung wie vorher an Körpergewicht erheblich verloren, ja sogar, dassverschiedene Hunde während der Versuchsdauer zu Grunde gingen.
Auf Grund dieser Ergebnisse wurde die Schädlichkeit des Saccharins von der Kom-mission als erwiesen angesehen. Indess sind diese Versuche nicht einwurfsfrei, weil denThieren verhältnissmässig grosse Mengen Saccharin gegeben wurden, welche die Nahrung
') Die Bestimmung des Saccharin-Stickstoffs neben dem der Parasulfaminbenzoesäure beruhtdarauf, dass der erstere (der Jmid- Stickstoff.) durch Kochen mit Salz- oder Schwefelsäure als Ammon-salz abgespalten wird und durch Destillation mit Magnesia bestimmt werden kann. Der Unter-schied zwischen dem Gesammt- und Saccharin-Stickstoff ergiebt den der Para-Säure.
*) Journ. de Pharm, et de Chim. 1888 [5], 18, 292.
*) Landw. "Versuchs-Stationen 1891, 38, 241.
*) Bull, de l'acad. de med. 1888, 313.