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Künstliche Süssstoffe.
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das erstere beim Erkalten flüssig, das Meta- und Paratoluolsulfochlorid scheidensich krystallinisch aus. Nachdem diese abgeschieden sind, wirdd) über das flüssige Orthotoluolsulfochlorid Ammoniakgas geleitet, wodurch das
CH 3' SO, NH.
Orthotoluolsulfamid C,H.i
entsteht; und hieraus
e) durch Oxydation mit Kaliumpermanganat das orthosulfaminbenzoesaure KaliumC 6 H 4 < q„ # -»g-TT , welches durch Zersetzung mit Salzsäure
f) das Orthosulfaminbenzosäureanhydrid oder Orthobenzoesäuresulfimid oder das Sac-charin C 8 H 4 < gg > KH liefert.
Das solcherweise hergestellte Saccharin ist aber nicht rein, sondern schliesst noch dasAnhydrid des Parahenzoesäuresulfimids und auch Orthosulf obenzoesäure ein; daskäufliche Saccharin enthält mitunter noch 30—40 % nicht süss schmeckende Beimengungender genannten Art').
Eine noch grössere Süsskraft als das Saccharin besitzt das isomere Toluolsulfo-
säureimidC 6 H 3 .CH 3 <gQ > NH.
Neben dem unter dem Namen Saccharin bekannten Präparat kommt als lösliches
COSaccharin das Natriumsalz des Saccharins (C t H 4 < „,-, > NNa + 2H 2 0) in den Handel.
Es löst sich in Wasser leicht und vollständig zu einer schwach alkalisch reagierendenFlüssigkeit von äusserst süssem Geschmack. Dieses Präparat scheint eine grössere Reinheitzu besitzen, als das Saccharin selbst.
Das Sukramin scheint ein Ammoniak-Abkömmling des Saccharins zu sein.
Um das Roh Saccharin von dem p-Benzoesäuresulfimid zu reinigen, kann man sich nachJaffe und Darmstädter (D. R. P. 87287) des Xylols bedienen. In heissem Xylol ist dieParaVerbindung fast unlöslich, die Orthoverbindung, das Saccharin, dagegen leicht löslich;beim Erkalten der Lösung krystallisirt es wieder fast vollkommen aus.
Das gewöhnliche Saccharin des Handels ist ein gelblichweisses Pulver, welchessich in Wasser ziemlich schwer, nämlich 3 g in 1 1, löst. Leichter löslich ist es in Alkoholund Aether. Es wirkt sehr stark antiseptisch und gährungshemmend; auch scheint es ausdiesem Grunde eine gewisse hemmende Wirkung auf die Verdauung auszuüben.
Die Haupteigenschaft, welche ihm zukommt, ist jedoch sein ausserordentlich süsserGeschmack; denn eine Lösung des Saccharins in destillirtem Wasser, welche in 70 1 1 genthält, sehmekt noch süss, während der süsse Geschmack des Raffinadezuckers in gleicherStärke nur noch wahrgenommen wird, wenn 1 1 mindestens 4 g Zucker enthält. Das ge-wöhnliche Saccharin ist demnach 280—300-mal so süss als Zucker.
Das reine Saccharin hat aber eine noch viel höhere Süsskraft, nämlich die 550-fachedes Rohrzuckers. Einige Sorten desselben und im Gemisch mit Zusätzen ergaben folgendeZusammensetzung (vergl. folgende Seite).
In derselben Weise bestimmte R. Hefelmann 2 ) für 300-mal süssende Saccharine 0,23bis 0,28% Wasser, 60,75—67,66 % Saccharin, 32,47—36,37 % p-Sulfaminbenzoesäure, 0,32 bis0,82% Asche und 203—253° Schmelzpunkt; für reines 500-mal süssendes Saccharin, dagegen0,28—0,50 7„ Wasser, 90,9—98,49 7, Saccharin, 0—1,7 7„ p - Sulfaminbenzoesäure, 0,22—1,17 %Asche und 210—222° Schmelzpunkt. Die Süsskraft ist hiernach um so höher, je grösser derGehalt an Saccharin bezw. an Saccharinnatrium ist.
Ueber die physiologische Wirkung des Saccharins liegen sehr verschiedene Er-gebnisse vor. Zunächst scheint dasselbe auf dem Wege durch den Körper weder eine Ver-
') Tergl. E. Salkowski: Archiv f. pathol. Anatomie 1890, 120, Heft 2.2 ) Pharm. Centr.-Halle 1894, 35, 105.