Süssstoffe.
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Der sog. türkische Honig hat nach A. Fajans 1 ) folgende Zusammensetzung:
Wasser Invertzucker Saccharose ,° ,. , Asche
unlöslich
7,97% 56,78% 31,02% 3,92% 0,31%
Dieser sog. Honig ist nach Fajans ebenfalls nichts anderes, als ein theilweise invertirterKohrzncker, welchem Erzeugniss nach dem Abstumpfen der Säure eine Abkochung der Wurzeln VonSaponaria officinalis und etwas Naturhouig beigemischt wird.
Als sonstige Znsätze des Bienen-Honigs sind vereinzelt beobachtet: Mehl, Tragant oder Leim,ferner Mineralstoffe, wie Gyps und Kreide oder Thon. Die Eunsthonige werden vielfach auchkünstlich (gelb) gefärbt 2 ).
5. Sonstige natürliche SüSSStoffe. Ausser dem Honig giebt es mehrereFlüssigkeiten bezw. Säfte, welche Erzeugnisse von Pflanzen bilden und sich ebenfallsdurch mehr oder weniger reinen süssen Geschmack auszeichnen. Hierzu sind zurechnen:
a) Dattelhonig. Der Dattelhonig wird im Innern von Algerien am Djedi-Flusse auseiner Dattelart — Gharz genannt — gewonnen; die Dattelart ist bei der Reife so sehr mitSaft angefüllt, dass das Uebermass desselben, um einer Gährung vorzubeugen, entferntwerden muss. Zu dem Zweck häuft man die Datteln auf Hürden, welche aus Palm blätternangefertigt sind, und setzt sie so dem Sonnenlichte aus; der Saft fliesst durch den eigenenDruck der Masse aus, wird in Behältern gesammelt und bildet den sog. Dattelhonig. Er istein Syrup, welcher vollständig in Wasser löslich ist; aus der Lösung fällt Alkohol Pektin-stoffe. Die wässerige Lösung im Verhältniss von 1 : 2 dreht nach Karl Gaab') 20° nachlinks und röthet schwach Lackinuspapier.
Grimbert fand die Zusammensetzung des Dattelhonigs nach 2 Proben wie folgt:
Wasser undsonstige Stoffe
29,72% 22,13% 2,85% 1,38% 43,92%
39,34 „ 32,46 „ 3,35 „ 1,55 „ 23,30 „
Eine aus Dattelhonig auskrystallisirte Zuckermasse ergab 83,40% Glukose, 11,05%Fruktose und 0,76% Asche. Saccharose konnte im Dattelhonig nicht nachgewiesen werden.
Gaab fand in einer Sorte 0,95% Chlor = 1,53% Chlornatrium, ferner 0,186% Schwefel-säure.
Der Dattelhonig soll nach einigen Angaben einen unangenehmen Geruch und Geschmackbesitzen, welcher an den von Melasse-Syrup erinnern soll; der Geschmack nach Datteln sollerst nach dem Verschlucken hervortreten. Nach anderen Angaben gleicht der Dattelhonigin Geruch und Geschmack dem Bienenhonig.
Im Innern von Algerien gilt der Dattelhonig als Universalheilmittel, besonders gegenBrustkrankheiten.
b) Manna. Darunter versteht man den süssen Saft, der entweder durch Einschnitte inmanche Bäume ausfliesst, oder durch Insektenstiche auf den Blättern sich ansammelt. Deraus dem verwundeten Stamm von Fraxinus Ornus L. (Mannaesche) ansfliessende Saft enthält60—80% Mannit; die Sinaimanna besteht atis der durch eine Schildlaus (Coccus manniparusEhrbg.) auf dem Tarfastrauch (Tamarix gallica) bewirkten Ausschwitzung und enthält Zuckerund Dextrin.
Die Manna, welche zuweilen die Blätter von Eucalyptus dumosa in Australia felixbedeckt und von den Einwohnern „Serup" genannt wird, ferner die Manna von Myoporum
Glukose
Fruktose
Pektinstoffe
Asche
') Chem.-Ztg. 1893, 17, 1826.
*) Vergl. Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs-
*) Chem.-Ztg. 1891, 15, 118.
u. Genussmittel 1901, 4, 364, 543 u. 818.