Süssstof'fe.
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sein. Ueber den mikroskopischen Nachweis der Pollenkörner im Honig vergl. Bd. III.
Eukalyptus-Honig. Ebenso wie von Tannen-, I/inden-, Heide-Honig sprichtman von Eukalyptus-Honig.
Ueber die Frage, ob es Eukalyptus-Honig giebt und wovon er abstammt, istviel geschrieben worden. Nach französischen Schriftstellern, so von Guilmeth 1 ),wird im Innern des australischen Kontinents in Höhlungen von Eukalyptusbäuro«nvon einer gewissen Bienenart (Apis mellifica nigra) ein eigenartiger Honig erzeugt,der gegen 17,1 °/o Eukalyptol, Eukalypten, Terpen, Cymol etc. enthalten soll undvon Aerzten als Heilmittel gegen Diphtheritis, Skropheln, Tuberkulose etc. empfohlenworden ist. Weil aber in Australien selbst ein nach Kajaput- oder Eukalyptusölriechender Honig nicht bekannt ist, vielmehr ein derartig riechender Honig als einekünstliche Mischung von gewöhnlichem Honig mit Eukalyptusöl angesehen wird, hatman längere Zeit an dem Vorkommen von Eukalyptushonig ganz gezweifelt, bis neuereBerichte 2 ) darthun, dass doch in Australien von 2 Varietäten einer schwarzen,stachellosen Biene (Trigona carbonaria), welche im Kampfe mit der dort hingebrachteneuropäischen Biene untergeht, von Eukalytus-Blüthen in Höhlungen von Bäumen einHonig erzeugt wird, und dass man insofern von einem Eukalyptus-Honig sprechenkann, als wir von einem Linden-, Heide-, Tannen-Honig etc. sprechen.
Dieser Honig besitzt zwar einen eigenthümlichen, unangenehmen Geruch und
Geschmack, enthält aber keine Spur von Eukalyptol oder sonstigem flüchtigen Oel
und Harz von Eukalyptus. Stuart und Maiden (1. c, 8. 785, Anm. No. 2) fanden
die Zusammensetzung dieses Honigs wie folgt:
Glukose undFruktose
78,98%
Wasser13,63 %Eine besondere therapeutische Bedeutung dürfte also dem soj
Wachs,Pollen etc.
2,15%
UnbestimmteStoffe
Asche0,31%Eukalyptus-Honig
nicht beizulegen sein.
Der Tagma-Honig wird in Aethiopien von einer Art Mosquitos in Höhlen,ohne Wachs erzeugt und hat nach Vilmorin folgende Zusammensetzung:
Wasser Fruchtzucker Manmt Dextrin Sonstige Stoffe Asche
25,5% 32,0% 3,0% 27,9% 9,1% 2,5%
Der giftige Honig, welchen schon Xenophou in seiner Anabasis (Bd. 4, S. 8)erwähnt, stammt von den Blumen von Rhododendron maximum bezw. ponticum oderAzalea pontica, welche einen giftigen Stoff, das Glukosid Andromedotoxin— auch in den Blättern und dem Holz von Andromeda japonica — enthalten. Dadieses Glukosid auch in Andromeda polifolia, Azalea indica, Calmia angustifolia,0. latifolia vorkommt, so werden diese Pflanzen ebenfalls giftigen Honig liefern, wieBarton in der That für New-Jersey nachgewiesen hat. Die europäischen Alpen-rosen sind dagegen frei von Andromedotoxin und liefern keinen giftigen Honig.Uebrigens besuchen die Bienen viele giftige Pflanzen, z. B. Bilsenkraut (Hyoscyamusniger L.), Schierling (Conium maculatum), Oleander (Nerium oleander L.) und anderegiftige Pflanzen, ohne dass der davon gesammelte Honig giftig ist. Die Pflanzenmüssen daher in den Blüthentheilen kein oder nur wenig Gift enthalten, oder sie
') Vergl. L. Reuter, Archiv d. Pharm. 1889, S. 873.
'') Vergl. Druggist Bulletin 1889. Vol. III, 12. Dec, uud ferner Anderson Stuart und.T. H. Maiden in Pharm. Journ. a. Transact. 1890, 21, 513.