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Süssstoffe.
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eine Rechtsdrehung von -j- 15,2°. E. O. v. Lippmann stellte in einem in der Nähevon Zuckerfabriken gesammelten Honig bis 16,38 °/ 0 Saccharose fest. GeringeMengen Saccharose verwandeln die Linksdrehung nicht in Rechtsdrehung und be-obachtete z.B. W. Mader bei einem Honig, der 8,0% Saccharose enthielt, ineiner Verdünnung von 15: 100 noch eine Linksdrehung von — 1,74°, während einHonig mit nur 0,66 % Saccharose unter denselben Verhältnissen — 4,80° ergab.
B. v. Raumer l ) liess künstlich an Bienen ein wechselndes Gemisch von Kapillär-syrup und Kandiszucker verfüttern und fand in den Honigproben nur 0—15,54 %Saccharose, 1,48—10,98 \ durch Presshefe unvergährbares Dextrin sowie bei vierProben eine Rechtsdrehung, sowohl vor als nach der Inversion des Honigs; bei zweiProben ging die Rechtsdrehung nach der Inversion in Linksdrehung über. In einemVersuch fanden sich von 456 g Saccharose nur 16,9 g (= 3,7 %), von 532 g Kapil-lärsyrup-Dextrin nur etwa 249,98 g (=47,0%) im Honig wieder, v. RaumerschliesBt aus diesen Versuchen, dass von den Bienen nicht nur die Saccharose inerheblicher Menge in Invertzucker, sondern auch ein grosser Theil des Fehling'scheLösung nicht reducirenden, aber vergährbaren Dextrins in Fehling'sche Lösungreducirenden Zucker verwandelt wird. Weiter ergab sich, dass die Bienen auf dieDauer dextrinhaltige Nahrung nicht vertragen, wenn sie dieselbe auch vorübergehendaufnehmen.
Wenn daher die Vereinbarungen für das deutsche Reich als Höchstgrenze 10 °/„Saccharose im Honig zulassen, so ist diese Zahl gewiss nicht zu niedrig; denn ineinem unter gewöhnlichen Verhältnissen gesammelten Honig wird man gewiss nichtmehr Saccharose finden. Sollte aber mehr gefunden werden und sich auf sonstigeWeise ein künstlicher Zusatz nicht nachweisen lassen, so wird sich immer empfehlen,dem Ursprünge des Honigs nachzugehen.
ß) Koniferen- (Tannen-) Honig. Der in Nadelhoizwaldungen von Pollender Nadelhölzer gesammelte Honig dreht die Ebene des polarisirten Lichtes ebenfallsnach rechts und konnten Amthor und Stern für solchen Honig in einer Ver-dünnung von 1 : 10 bis -|- 10,70° (Grade Laurent) feststellen. Diese Rechtsdrehungwird vorwiegend von eigenartigen Dextrinen neben verhältnissmässig hohem Gehaltan Saccharose verursacht. Das Honig-Dextrin ist von anderen Dextrinen, be-sonders denen des Stärkezuckers, verschieden; es wird z. B. nach E. Beckmann 2 )durch Barytwasser und Methylalkohol (5 ccm einer 20%-igen Houiglösung mit 3 ccmeines 2°/ 0 -igen Barytwassers und 17 ccm Methylalkohol) oder durch Bleiessig undMetylalkohol (lg Substanz in Bleiessig zu 1 ccm gelöst und sodann mit 17 ccmMethylalkohol versetzt) nicht oder nur in äusserst geringer Menge gefallt, währenddie Dextrine des Stärkezuckers bezw. -syrups hiermit einen um so grösseren Nieder-schlag geben, je höher ihr Molekulargewicht ist. E.Beckmann hält das Honig-Dextrin nach den Estern, welche es mit Benzoylchlorid, Benzoylsulfochlorid undm - Nitrobenzoylchlorid bildet, für ein Disaccharid, wonach sich die leichtereDiffundirbarkeit (nach Haenle) und die nicht zu schwere Vergährbatkeit gegenüberden Stärkesyrup-Dextrinen erklären lässt. Das Honig-Dextrin zeigt manche Aehn-lichkeit mit dem Gallisin; W. Mader fand den Drehungswinkel ß[Dj zu ungefähr
') Zeitschr. f. analyt. Chemie 1302, 41, 333.
2 ) Zeitschr. i. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genussmittel 1301, 4, 1065.