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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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232
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232 Veränderungen der Nährstoffe durch die Verdauung und ihre Aufgabe für die Ernährung.

Entgegen diesen Ergebnissen kommt H. Lührig 1 ) durch eingehende Versuchezu dem Schluss, dass die verschiedenen Arten thierischer und pflanzlicherFette mehr oder weniger gleich ausgenutzt werden. Er verabreichte in einer Reihevon Versuchen einem 29-jährigen Manne von 74 kg Körpergewicht eine regelrechte,gleichmässig zusammengesetzte Nahrung, die in der ersten Versuchsreihe aus Fleisch,Brot, Kartoffeln (zuweilen auch Linsen oder Bohnen), Zucker und Bier bestand; inspäteren Versuchen ersetzte Lührig das Fleisch auch durch Tropon oder Eulaktol,um eine noch grössere Gleichmässigkeit in der Zusammensetzung der Nahrung zuerzielen. Die Versuche dauerten erst 4 bezw. 5, später jedes Mal 3 Tage, der Kothzwischen den einzelnen Abschnitten wurde durch Heidelbeeren-Gabe abgetrennt.In Vergleich gezogen wurden Kuhbutter, Margarine, Schweineschmalz, Kunstspeise-fett und Palmin (Cocosnussbutter): im Mittel wurde gefunden:

RegelrechteNahrung -j-

AnzahlderVer-suche

Fett in der

täglichen

Nahrung

g

Kothtrocken-substanz

Fetl in der

Kothtrocken-

substanz

Gresammtfettim täglichen

Kothg

Fett,

unaus-

genutzt

•7.

1. Kuhbutter . .

2»)

110,41

33,07

10,77

3,46

2,99

2. Margarine

4

120,39

34.2 5

12,06

3,91

3,23

3. Schweineschmalz

1

102,7 2

17.37

12,13

5,83

5,67

4. Kunstspeisefett .

2

102.75

41,87

13,76

5,68

5,52

5. Palmin

2

117, 27

34,19

11,63

4,01

3,59

Diese Unterschiede zwischen der Ausnutzungsgrösse einerseits von Kuhbutterund Margarine, andererseits von Schweineschmalz und Kunstspeisefett sind zu gering,als dass eine grössere oder geringere Ausnutzungsfähigkeit des einen oder anderenFettes daraus abgeleitet werden könnte. Die Unterschied; werden auch noch geringer,wenn man die durch Aether neben Fett gelösten Bestand fch eile (Lecithin und un-verseif bare Stoffe) des Kothes in Abzug bringt und nur den verseifbaren Antheil desFettes als unverdaut in Rechnung stellt. Die Menge d»s unausgenutzten Fettes be-trägt, alsdann nur bei:

Kuhbutterfett Margarinefett Schweinefett Kunstspeisefett

2,U°/„ 2,45% 3,64% 3,71%

H. Lührig schliesst aus diesen Versuchen, dass sich die verschiedenen Fettebezüglich der Ausnutzungsfähigkeit in den Verdauungswegen der Menschen gleichverhalten und als absolut verdauungsfähig angesehen werden können.

Zu demselben Ergebniss gelangen N. Zuntz, Wibbens und Huizenga 3 );auch sie finden, dass Margarine und die nach Liebreich's Vorschrift durchEmulsion mit Mandelmilch hergestellte „Sana" dieselbe Ausnutzung wie echte Kuh-butter besitzt.

Bourot und Jean 4 ) geben sogar an, dass in einem Versuch mit einem Mannevon Cocosbutter nur 2,0 0 ,' ( „ von Kuhbutter dagegen 4,2 % Fett unausgenutzt im Kothausgeschieden wurden.

') Zeitschr. f. Unters, d. Nähr.- u. Genussmitte] 1899, 2, 484,, 022, 769; 1900, 3, 73.

2 ) Ein erster Versuch mit Kuhbutter wurde nicht mitberücksichtigt, weil derselbe, wie H. Lührigglaubt, nicht regelmässig verlaufen ist.

3 ) Pflügers's Aren. f. d. ges. Physiologie 1901, 83, 609.') Chem. Centrale!. 1896, IT, 100.1.