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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Verdauung befördernde Mittel.

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Ohne Kochsalz die Nahrung zu gemessen, wäre uns unmöglich; dasselbe bildet*n salzarmen Gegenden einen wahren Leckerbissen, und sind um den Besitz vonSalinen und Steinsalzlagern schon Kriege geführt.

Das Kochsalz wirkt aber nicht bloss fördernd auf die Absonderung der Ver-dauungssäfte, sondern wirkt nach A. Stutzer r ) auch direkt günstig auf die Verdauungder Prote'instoffe durch Pepsin bei Gegenwart von wenig Salzsäure oder bei Ab-wesenheit derselben (vergl. weiter unten über die Bedeutung der Mineralstoffe fürden Stoffwechsel).

Auch die organischen Säuren, Milch-, Aepfel-, Wein- und Citronensäure,befördern die Proteinlösung durch Pepsin; Essig-, Propion- und Buttersäure warenim Gegensatz zu diesen Säuren und Ameisensäure von geringem Einfluss.

Der Zucker ist nicht nur ein wichtiger Nahrungsstoff, sondern auch vorwiegendein Genussmittel; nur aus letzterem Grunde opfert man grosse Summen Geldes fürl "n; denn als Nährstoff hat er kaum einen höheren Werth denn Stärkemehl, Dextrinetc. Der Geschmack des Zuckers ist uns so angenehm, dass wir häufig nach ihma "es bezeichnen, was uns angenehm schmeckt. Bei der blossen Vorstellung vonetwas Leckerem läuft dem Menschen, wie man zu sagen pflegt, das Wasser im Mundezusammen. Moses tröstete sein Volk, sagt v. Pettenkofer, in der Wüste nichtohne Erfolg mit der Verheissung, dass er es in ein Land führen werde, welches vonMilch und Honig fliesse.

Die Wichtigkeit von Salz und Zucker für Absonderung der Verdauungssäfte unddie Verdauung erkennen wir nach G Voit dadurch an, dass wir eine reichlicheMahlzeit durch etwas Kaviar oder durch ein Glas Süsswein einzuleiten pflegen, vondenen der Kaviar durch hohen Salzgehalt, der Süsswein durch Zucker ausgezeichnet ist.

Als verdauungbefördeitide Mittel verdienen auch besonders die Gewürze her-vorgehoben zu werden. Von diesen wirken einige durch besondere eigenartigescharfe, bittere Stoffe fördernd auf die Absonderung der Verdauungssäfte, so der"teffer durch das Piperin, der Senf durch das Senföl (letzteres vorzugsweise auf Ab-sonderung der Galle). Das Senföl ist. auch der wirksame Bestandtheil von RottigUn d Radieschen. Andere Gewürze sind durch wohlriechende, leicht flüchtige Oele■ausgezeichnet, die durch Einwirkung auf die Geruehsnerven indirekt eine erhöhteSpeichel-Absonderung zur Eolge haben. Zu diesen gehören z. B. Vanille, Zimmet,•Nelken, Muskatnuss etc., ferner viele Gemüse (Petersilie, Zwiebeln) und^°st aller Art, welches neben wohlriechenden aromatischen Oelen freie Sänre,-^-epfelsäure, enthält, welche direkt die Verdauung befördert.

Sehr trefflich schildert die Wirkung dieser Stoffe C. Voit mit folgenden Worten:

„Es hat noch vieles Andere auf den Verdauuugsakt Einfluss, sn was wir gewöhnlich gar nichte uken; -wir suchen bei dem Essen noch alle mögliehen anderen Genüsse uns zu verschilfter., so dassUle mannigfaltigsten Verbindungen der Organe des Körpers existiren müssen, deren Erregungen mitbe-tuntnend auf die Vorgänge im Darmkanal sind Neben dem Geschmacks-Organ steht das Geruchs-gan obenan; die Speisen, welche flüchtige Stoffe enthalten, werden nicht geschmeckt, sondern ge-oc hen; wir machen die Speise durch Zusätze wohlriechend; denn Speisen, welche einen Geruch haben,eri wir an ihnen nicht gewöhnt sind, werden mit Widerwillen gegessen und meistens nicht ertragen.^ lr Buchen ferner unseren Gerichten angenehme Formen zu geben, wir tischen sie sauber auf, damit

sie

»*ppetitlich" sind. In stinkenden und unsauberen Lokalen schmeckt es uns nicht. Auch die

') Landw. Versuchsstationen 1891, 38, 257.: °nig, Nahrung« aittel. U \. \ ■