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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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208 Veränderungen der Nährstoffe durch Verdauung und ihre Aufgabe für die Ernährung.

schieden«- Kost zwischen 670 — 214000 Kolonien für 1mg Koth schwankte. Beirein pflanzlicher oder bei gemischter Kost war weder, was die Zahl noch die Artder Bakterien anbelangt, ein durchgreifender Unterschied vorhanden. Die meistender auf Gelatine- oder Agar-Nährboden gewachsenen Bakterien gehörten der Gruppedes Bacterium coli oder des Bacteriom lactis aerogenes an, nicht selten fanden sich,aber niemals in erheblicher Menge, Schimmelpilze. Auch machte es keinen wesent-lichen Unterschied, ob keimhaltige oder keimfreie (sterilisirte) Nahrung genossenwurde. Die einzige wirkliche Folge der keimfreien Kost bestand in dein Verschwindender in der Umgebung des Menschen und der Thiere gewöhnlich vorkommendenSapropbyten aus dem Koth. Die Platten zeigten schliesslich die Kolonien derBakterien aus der Koli- und Lact. aerogenes-Gruppe in Reinkultur; die sonst häufigvorhandenen Schimmelpilze, die verflüssigenden fluorescirenden Stäbchen etc. kamennicht mehr zum Vorschein (vergl. S. 204).

Die Verdauung befördernde Mitte! (Genussmittel).

Neben den Nahrungsstoffen gemessen wir in jeder Nahrung noch eine grosseAnzahl anderer Stoffe, welche zwar nicht dazu bestimmt sind, den täglichen Verlustan Körpersubstanz zu decken, welche aber dadurch, dass sie uns die Nahrung wohl-schmeckender und geniessbarer machen, einen wohlthätigen Einfiuss auf die Ver-dauungsthätigkeit und Nerven ausüben und so einerseits eine erhöhte Ausnutzungder Nahrung im Magen und Darm bewirken, andererseits nach ihrem Uebergaugo insBlut durch ihren ßeiz auf das C'entral-NerVen-System gewisse andere Vorgänge imKörper unterstützen und erhöhen.

Von diesen Centralorganen aus sind dann noch weitere Uebertragungen möglich,wodurch oft auf grossen Umwegen wieder Einflüsse zurück auf diejenigen Theile imVerdauungskanal ausgeübt werden können, welche sich bei der ursprünglichen Be-rührung mit dem Genussmittel noch neutral verhielten.

Zwar wird allem Anscheine nach die absolute Ausnutzungs- oder Verdaulich-keitsgrösse durch die Genussmittel nicht erhöht; denn Forster und Rijnders be-obachteten z. B., dass mit Was3er ausgezogenes, ganz geschmackloses Fleisch in dergleichen Zeit und der gleichen Menge verdaut bezw. aufgenommen wurde als dasnämliche Gewicht von gebratenem Fleisch: auch schien nach Flügge bei einer ge-schmacklosen gemischten Kost, die längere Zeit nur mit Widerwillen genossen werdenkonnte, die Grösse der Ausnutzung nicht beeinflusst zu sein; indess erleichterndie Genussmittel die Verdauungsthätisjkeit und ersparen dadurch dem Körper vielArbeit, die er für andere Zwecke benutzen kann.

Zu den Genussmitteln, welche durch ihren wohlthätigen Einfluss auf Geruchs-oder Geschmacks-Nerven in erster Linie die Absonderung der Verdauungssäfte be-fördern, gehören z. B. Kochsalz, Zucker. Gewürze, alter Käse etc.

Ein Tropfen verdünnter Kochsalz-Lösung auf die Magenschleimhaut einesThieres gebracht, bewirkt einen Austritt von Saft aus den Drüsen; ebenso findetreichliche Absonderung von Speichel statt, wenn Kochsalz oder Zucker in den Mundeingeführt werden 1 ).

') .1. Forster beobachtete sogar eine reichliche Absonderung von Galle, als er eine Zucker-lösung direkt in die Blutbahn (Vena mesenterica) einführte.