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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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206 Veränderungen der Nährstoffe durch Verdauung und ihre Aufgabe für die Ernährung.

suchen annehmen zu können, dass BG — 97 0 /0 der Kothtrockensubstanz vom Dünn-darm geliefert werden, während Leber und "Pankreas an der Kothbildung keinenAntheil haben sollen. Diese Anschauung wird aber von J. Munk J ) bekämpft, derwenigstens für die Galle eine direkte Betheiligung an der Kothbildung nach-gewiesen hat.

Die Menge des Kothes ist hiernach abhängig von der Art der aufgenommenenNahrung; manche Nahrungsmittel erfordern bei ihrer Verdauung die Absonderung einergrösseren Menge von Darmsäften als andere; es erscheint daher richtiger vonmehr oder weniger kothbildendeu, als von schlecht oder gut ausnuta-baren Nahrungsmitteln zu sprechen.

Aus dem Grunde pflegt nach Gemrss vorwiegend pflanzlicher Kost die Mengedes Kothes grösser zu sein, als nach Genuss vorwiegend thierischer Nahrungsmittel.

So fand Pr. Ho ff mann unter vielen Anderen, dass ein Mau n bei einer Nahrungvon 100 g Kartoffeln, 207 g Linsen, 40 g Brot und Bier täglich 116 g trocknenKoth, oder 24 "/„ der trocknen Nahrung ausschied, dass dagegen bei einer Nahrungvon 390 g Pleisch und 126 g Fett mit gleichem Stickstoffgehalt nur 28,3 g trocknerKoth ausgeschieden wurden. Bei gemischter Nahrung beträgt die Menge desfrischen Kothes (mit rund 75 °/ 0 Wasser und 25 °/ 0 festen Bestandteilen) für denerwachsenen Menschen im Tag etwa 120—150 g (mit 30 — 37 g festen Stoffen).

Im Durchschnitt enthält solcher Koth:

Wasser

Organische Stoffe

Stickstoff

Mineralstoffe

Kali

Phosphorsäure

75,0%

21,6%

1 •> o/1,3 /„

3,4 %

0,35 %

0,57 %

Bei Genuss von einer Kost jedoch, welche wie Rriis, Pleisch, Gebäck ausfeinem Weizenmehl etc. fast vollständig verdaut und aufgenommen wird, enthältder Koth (Normalkoth) durchweg grössere Mengen Stickstoff, nämlich in der Trocken-substanz 8—9°/ 0 , ferner 12—18% Aetherauszng und 11 —15 "/„ Mineralstoffe. BeiAufnahme einer Nahrung, welche weniger gut ausgenutzt wird, sinkt wie oben ge-wöhnlieh der Stickstoffgehalt des Kothes. Derselbe ist in Procenten der Trocken-substanz nie gleich dem der Nahrung, sondern stets höher, weil bei einer schlechtausnutzbaren Kost den unverdauten Nahrungsresten stets nicht unerhebliche Mengenvon stickstoffreichen Darmsäften beigemengt sind.

Die Mineralstoffe bestehen vorwiegend aus unlöslichen Phosphaten und Kar-bonaten. E. Salkowski hat im Koth auch Schwefel und unterschweflig-saure Salze nachgewiesen. Dass der Koth auch die Erzeugnisse der ProteYti-Fäulnissund der Gährung (wie Phenol, Skatol, Indol, Milchsäure etc.) enthält, ist schonim vorigen Abschnitt erwähnt.

Die dunkle, braune Farbe des Kothes rührt von ausgeschiedenen Gallenfarb-stoffen her; bei Abwesenheit von Gallo hat der Koth in Folge grossen Gehaltes anunverdautem Fett eine graue Farbe 2 ).

Der Geruch des Kothes rührt z. Th. von flüchtigen Fettsäuren (Essigsäure, Iso-buttersäure, Valeriansäure) und von den Fäulnissstoffeu (Indol, Skatol etc.) her; jedochist der den eigentlichen Kothgeruch bedingende Körper noch unbekannt; er haftet

') Pfliiger's Archiv f. d. ges. Physiologie 1894, 58, 886.

2 ) Die grüne Farbe des Kinder-Kothes rührt anscheinend von Biliverdin, die eigelbe und grün-gelbe Farbe von Bilirubin her. Der Koth nach Milchnahrung ist beim Erwachsenen hellgelb gefärbt.