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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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202 Veränderungen der Nährstoffe durch Verdauung und ihre Aufgabe für die Ernährung,

Valerian- und Caproiisäure, sowie Kohlensäure und Wasserstoff; in neutralen Lösungenauch Bernsteinsäuve etc. Die aus dem Pett abgespaltenen Fettsäuren werden weiterin Kohlensäure, Methan und Wasserstoff etc. zerlegt; so liefert ameisensauresCalcium bei der Gährung mit Kloakenschlamm Calciumkarbonat, Kohlensäure undAVasserstoff; essigsaures Calcium unter denselben "Verhältnissen Calciumkarbonat,Kohlensäure und Methan.

Den mannigfachsten Zersetzungen unter dem Einfluss der Darmfäulniss undGährung sind die Kohlenhydrate ausgesetzt. 80 wird Glukose (C e H,g0 6 )durch den Spaltpilz (Bacteriutn lacticum Colin), welcher ausserhalb des Organismusdie Gerinnung der Milch verursacht und bei der Einsäuerung von Früchten sichbildet, in Milchsäure 2(C 3 H (i 0 3 ) umgewandelt. Derselbe Spaltpilz bewirkt durch diegleichzeitig vorhandene Laktase die Urnwandlung des Milchzuckers (C 12 H 22 O n ) unterHinzufügung von H 2 0 in d-Glukose und d-Galaktose, welche dann wie oben 4 MoleküleMilchsäure 4(C 3 H 6 0 3 ) liefern. Die Milchsäure wird durch den Bacillus butyriousoder Bacillus amylobaoter van Tieghem weiter in Buttersäure, Kohlensäure undWasserstoff zerlegt nach der Gleichung:

2 (C 3 H»0,) = C 4 H s O, -4- 2 CO, + 4 H

2 Milchsäure = 1 Buttersäure -4- 2 Kohlensäure -f- 4 Wasserstoff.

Auch Hefe kann im Darm vorkommen und die Bildung von Alkohol veranlassen;nach Fitz und Brieger vermögen gewisse Mikrokokken aus Zucker ebenfallsAlkohol als hauptsächlichstes Erzeugniss zu liefern; in beiden Fällen wird Milch-zucker erst in Glukose und Galaktose umgewandelt. Einige noch unbekannteSchizornyceten im Darm sollen auch Stärke in Zucker umzuwandeln vermögen, währendandere, wie der im Bübensaft sich bildende Leuconostoc mesenterio'i'des,Invertin" aus-scheiden, welches Rohrzucker in verg&hrbaren Invertzucker umwandelt.

Neuerdings wird von W. Tappeiner 1 ) auch die Lösung der Cellltlotie imDarm auf die Thätigkeit von Spaltpilzen zurückgeführt, nachdem Hoppe- Seylerund Popoff nachgewiesen haben, dass Cellulose bei der Fäulniss mit Kloakenschlaurmund in Sümpfen den Stoff für die Bildung von Methan abgiebt. Man denktsich diese Zersetzung wohl nach folgender Gleichung verlaufen:n(C 6 0 10 0e) + n(H 2 0) = 3 u (CHJ + 3 n (CO,)Hiernach würde die Cellulose so gut wie gar keinen Nährwerth besitzen. H. Weiske,B. Schulze und E. Flechsig 2 ) glaubten auch durch einen Fütterungsversuch denthatsächlichen Beweis geliefert zu haben, dass die Cellulose keine protein ersparendeWirkung und damit keinen Nährwerth habe. Da aber bei der Cellulosegährunggleichzeitig flüchtige Fettsäuren, Essigsäure und Buttersäure, sowie Wasserstoffentstehen, so kann auf obige Weise die Zersetzung nicht verlaufen. W. Hennebergund F. Stohmann 3 ) glauben auf Grund der quantitativen Bestimmungen der Fäulniss-erzeugnisse der Cellulosegährung durch W. Tappeiner die Zersetzung durch folgendeGleichung ausdrücken zu können:

21 (CoHuA,) + 11 H 2 0 = 2h CO, + 10 CH, -f- 12 H -f- 19 ; C, K 4 Oj + 13 (CJ^OJ100 g Cellulose würden daher unter der Aufnahme von 5,82 g Wasser liefern:Kohlensäure Methan Wasserstoff Essigsäure Buttersäure33,63 g 4,70 g 0,35 g 33,51 g 33,«3 g

') Zeitschr. f. Biologie, 1883, 19, 2282 ) Ebendort 1886, 22, 613.1885, 21. 613.

1884, 20. 52.