Die Verdauung.
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Hiernach besitzt die Cellulose allerdings nicht den vollen Nährwerth eines Kohlen-nydrates, wie früher angenommen wurde, sondern ist um den Betrag des Wärme-werthes des Methans, nämlich um 15% geringer, indess bleibt die Cellulose dochnoch ein Nährstoff von hoher Bedeutung, indem 266 Thle. derselben mit 100 Thln.Fett isodynam sein würden').
Entgegen den Versuchsergebnissen von H. Weiske, Schulze und Flechsigkommt W. v. Knierini 2 ) durch umfangreiche Versuche zu dem Schluss, dass diehei der Lösung der Cellulose im Darm sich bildenden Umsetzungsstoffe sowohlProtein als Fett ersparen und H. Wilsing 3 ) zeigt in einem Fütterungsversuch miteiner Ziege, dass im Koth und Harn nur 4 g flüchtige Fettsäuren vorhanden waren,während nach der verdauten Menge Cellulose unter Zugrundelegung der1 appeiner'sehen Vergährungsgleichung 157 g vorhanden gewesen sein müssten,wenn sämmtliche gebildeten Fettsäuren für den Stoffwechsel verloren gegangen wären.Es mussten daher letztere entweder resorbirt sein, oder es fiel nur ein kleiner Theilder Cellulose der Vergährung anheim.
Fr. Lehmann und J. H. Vogel 4 ) finden, dass bei Schafen bezüglich derProteinersparniss 100 Thle. stickstofffreie Extraktstoffe 61,0 Thln. Rohfaser und100 Thle. Rohrzucker 75,7 Thln. Rohfaser von Haferstroh gleichwertig sind.O. Kellner 8 ) liefert durch eingehende Versuche den Beweis, dass sich beim erwachse-ien Rinde bezüglich des physiologischen Nutzeffektes 103 Thle. Strohstoff (Roh-faser), 242 Thle. Stärkemehl und 100 Thle. Fett isodynam verhalten, dass somitder Nährwerth der Cellulose den wahren Kohlenhydraten nahezu gleich ist.Beim Pferd dagegen ist die Cellulose nach Versuchen von E. Wolff undN. Zuntz") minderwerthig oder geradezu werthlos. Zuntz erklärt dieses aus deranatomischen Verschiedenheit der Verdauungswerkzeuge der Wiederkäuer und desPferdes. Bei letzterem fehlen die Vormägen; in den Vormägen der Wiederkäuerfindet aber schon eine starke Gährung statt und dieser unterliegen zunächst dielöslichen Kohlenhydrate; durch diese Gährungsvorgänge wird dann die Celluloseau fgeschlossen und kommt an Stelle der löslichen oder bereits gelösten Kohlenhydrate*ur Geltung.
Durch die Ffiulniss im Darm, wobei zum Theil Umwandlungsstoffe wie durch* erdauungsenzyme entstehen, geht eine grössere oder geringere Menge Nährstoffe*ür den Körper verloren. Man hält diesen Verlust wohl für unvermeidlich, insoferna Is man annimmt, dass die Fäulniss an sich für die Verdauung nothwendig sei. Dieses>st aber nicht der Fall, denn auch im Hunger? ustande finden Fäulnissvorgänge statt;
l ) Der Wärmewerth der Gährungsstoffe beträgt nämlich «ach Henneberg und St oh mann100 g Cellulose (100 X WS) = ....
•Daraus geht hervor: 33,5 g Kohlensaure .......0 Cal.
4,7 g Methan (4,7 X 13344) = 62 717 „
33,6 g Essigsäure (33,6 X 3505)= 17 768 „
33,6 g Butlersäure (33,6 X 5647) = 189 730 .,
Gährungswärme ...... 44 37« ,,
414 600 Cal.
414 600 Cal.
2 ) Zeitsohr. f. Biologie, 1885, 21, 67.
3 ) Zeitschr. f. Biologie, 1885. 21, 625.*) Jonro. f. Lsndw., 1880, 37, 251.
) O. Kellner: Untersuchungen über den Stoff- und Energieumsat?, des erwachsenen Kindes,Berlin 1900.
') Ptlüger's Archiv f. d. ges. Physiologie, 1891, 49, 477.