198 Veränderungen der Nährstoffe durch Verdauung und ihre Aufgabe für die Ernährung.
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bis hinab zu Ammoniak, ferner das sog. Prote'inoehramogen oder Trypto-phan. Die Umsetzung der Proteinstoffe durch Trypsin geht also viel weiterwie die durch Pepsin; zum Unterschiede von der Pepsinverdauursg bildetsich bei der Trypsinverdauung wahres Pepton, welches durch Amnion-sulfat nicht mehr gefällt wird; bei lang fortgesetzter Verdauung bleibt nurdas Antipepton übrig (vergl. S. 43). Di" Wirkung des Trypsins aufandere Stoffe ist bis jetzt noch nicht genügend ermittelt,b) Das fettspaltende Enzym, das Steapsin oder die Lipase; ausser derUeberführung der Fette in Emulsion besitzt der Pankreassaft auch dieEigenschaft Fett hydrolytisch zu spalten d. h. in freie Fettsäuren und Gly-cerin in derselben Weise wie bei der Verseifung zu zerlegen (vergl. 8. 54).Diese Eigenschaft kommt dem Enzym Steapsin zu, welches zwar aus demSaft noch nicht rein dargestellt ist, an dessen Vorhandensein jetzt abernicht mehr gezweifelt wird. Die abgespalteneu Fettsäuren sollen sich imDarm mit Alkalien verbinden und die entstehenden Seifen kräftig emul-girend auf das Fett wirken, wodurch die Aufnahme des Fettes befördertwerden soll (vergl. vorstehend S. 193—196).c) Das stärkelösende, Enzym oder die Pankreas-Diastase. Die wichtigsteWirkung des Bauchspeichels ist unzweifelhaft die durch den Mundspeicheleingeleitete Ueberfüli rung der stickstofffreien Extraktstoffe, derStärke, des Dextrins, Gummis in löslichen und resorptions-fähigen Zucker. Diese Umwandlung oder Saccharificirung durch den.Bauchspeichel erfolgt sehr rasch und vollständig; 1 g Bauchspeichel soll4 —5 g Stärke in Zucker umzuwandeln im Stande sein. Der aus derStärke gebildete Zucker ist aber keine Glukose sondern Maltose.Nach F. Brown und J. Heron ist die Pankreasdiastase in ihrer Wirkunggleich der Malzdiastase, wie sie auch von Musculus und Mehring fürdas Speichelferment (Pfcyalin) nachgewiesen wurde; sie unterscheidet sichnur dadurch von der Malzdiastase, dass sie bei längerer Einwirkung bei 40 udie Maltose in Glukose umwandelt, weiche Umwandlung die Malzdiastaseselbst unter den günstigsten Verhältnissen nicht hervorzurufen vermag.Man nimmt aber an, dass diese Uniwandlung durch ein weiteres Enzym(Glukase oder Mal tase) bewirkt wird. So enthält der Pankreassaft auchLaktase, welche die Spaltung des Milchzuckers in d-Glukose und d-Galak-tose bewirkt und welche sich durch den Genuss von Milchzucker auf einenoch unerklärte Weise im Pankreassaft vermehrt (E. Weinland) 1 ).Mit der Einwirkung des Bauchspeichels oder pankreatischen Saftes auf die ein-genommene Nahrung hat die verdauende Thätigkeit des Magens und Darmes ihrenHöhepunkt erreicht; denn wenn die Verdauung auch im Darm noch fortgesetzt wird,so ist dessen Wirkung doch eine erheblich schwächet e als die des Bauchspeichels.
5. Der Darmsaft. Der Darm des Menschen ist ähnlich dem der früchte-fressenden Affen 10-mal länger als die Körperlänge vom Scheitel bis zum After.
Die \'erdauui;gsflüssigkeit des Darmes wird von zahlreichen Drüsen der Darm-schleimhaut abgesondert; die grösste Menge liefern die Lieberkühn'schen Drüsen,
') Zeitschr. f. Biologie 1900, 40, 38S.