Die Verdauung
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Der Bauchspeichel eines Hundes enthielt nach Bidder und Schmidt:
Wasser feste Stoffe organ. Stoffe uuorgan. Stoffe
1. Frische Fistel .... 90,08% 9,92% 9,04% 0,88%
S. Bestehende Fistel . . . '.'7,68—98,46% 2,32—1,59% 1,64—0,92% 0,68—0,61%Oidtuiann fand für das Pankreas einer alten Frau 74,53% Wasser, 24,57% organische und 0,90%unorganische Stoffe, während Zadawsky für den ausfliessenden Saft einer Pankreasfistel, welche beieiner jungen Frau nach Exstirpation eines Pankreasturaors blieb, folgende Zusammensetzung angiebt:Wasser organ. Stoffe Pi-otei'nstoffe Alkohol-Auszug Salze
86,41% 13,25% 9,217,, 0,83% 0,34%
Der Saft verwandelte hei 28" Stärke schnell in Maltose, Eiweiss in Pepton und führteOlivenöl in Emulsion über.
Der Pankreassaft ist meistens eine klare fatb- und geruchlose Flüssigkeit vonalkalischer Reaktion (letztere von Alkalikarbonat herrührend). Die täglich abgeson-derte Menge Saft ist sehr wechselnd; sie betrug nach Pawlow bei einem mitFisteln versehenen Hunde 21,8 com für 1 kg und 24 Stunden. Die Absonderungnimmt nach Aufnahme von Nahrung rasch zu, erreicht innerhalb der drei erstenStunden den Höchstbetrag, fällt von da an, um in der 5.-7. Stunde, in welchengewöhnlich grössere Mengen Nahrung aus dem V 7 entrike] in den Darm übergehen,wieder anzusteigen. Säuren — wie Salz- und Milchsäure —, Fette und Senfölwirken fördernd, Alkalikarbonate hemmend auf die Absonderung von Pankreassaft.Die Nahrung ist in der Weise von Einfluss, dass der Satt nach Brotnahrung be-sonders reich an diastatiscliem, nach Milchnahrung reich an steaptolytischem, nachüeischnahrung besonders reich an proteolytischem Enzym ist.
Neben Eiweiss, Leucin, Fett und Seifen enthält der Pankreassaft mehrere En-z yme, von denen die drei genannten, das protei'nlösende, fettspaltende und ver-zuckernde Enzym die wichtigsten sind.
a) Das proteinverdauende Enzym, das Pankreatin oder Trypsinfindet sich in der Drüse nicht selbst vor, sondern als Zymogen, auswelchem es bei der Absonderung des Saftes durch Spaltung gebildet wird.Diese Spaltuug wird auch durch Liegen der Drüsen an der Luft, Ein-wirkung von Sauerstoff, sehr verdünnten Alkalien, Säuren, Platinmohr,Alkohol etc. bewirkt. Ueber die Elementarzusammensetzurig vergl. S. 56.Das Trypsin ist löslich in Wasser, unlöslich in Alkohol; nur das unreine,nicht das reine Trypsin ist löslich in Glycerin. Wird die wässerige Lösungdes Trypsins mit wenig Säuren zum Sieden erhitzt, so zerfällt das Trypsinin geronnenes Eiweiss und Pepton; bei einem Gehalt von 0,25—0.5 °/ 0Natriumkarbonat wird das Trypsin bei 50°, in neutraler Lösung bei 45°vernichtet. Bei Temperaturen zwischen 30—40° ist die Wirkung desTrypsins am günstigsten und zwar in alkalischer Lösung bei 0,2—0.3%Natriumkarbonat: auch in neutraler Lösung wirkt das Trypsin rasch, freieSäuren (auch Salicylsäure) dagegen hemmen die Verdauung. Borax (undauch Gyankalium) sind von günstigem, Quecksilber-, Eisen- und andereSalze von ungünstigem Einfluss, ebenso die Anhäufung von Verdauuugs-erzeugnissen.
Die hauptsächliche Wirkung des Trypsins besteht in der Lösungbezw. Verdauung der Prote'i'nstoffe; es entstehen: Albumosen und Peptone,Leucin, Tyrosin, Asparaginsäure, Lysin, Lysatinin, Arginin und Histidin