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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Die Verdauung.

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wähl der zu resorbirenden Stoffe stattzufinden. Dass die Farbstofftheilchen imDarm nicht aufgenommen werden, liegt nicht daran, dass sie fest sind; denn nachden Versuchen Munk's wird Hammelfett, welches bei einer über der Körpertemperaturliegenden Wärme noch starr ist, im Darm aufgenommen.

J. Munk h at aber auch nachgewiesen, dass die in der Nahrung verabreichtenfreien Fettsäu ren des Hammelfettes im Körper eines Hundes zu Fett und zwar zuHammeltalg werden, dass Wallrath (Palmitinsäureacetylester) und ebenso Oelsäure-amylester nicht als solche ins Blut übergehen, sondern gespalten werden, indem dieAlkylgruppe ausge schieden wird und sich an Stelle dieser Ester die Glyceride derbetreffenden Fettsa ure (wenigstens zum vorwiegenden Thei!) bilden. AehnlicheBeobachtungen sind von anderer Seite gemacht.

0. Minkowsky ') verabreichte einem an Bauchwassersucht leidenden Menschendie dem menschlichen Organismus fremdartige Erucasäure und konnte später in derdem Kranken entnommenen Punktionsflüssigkeit das Glycerid der Erucasäure nach-weisen. Nach Versuchen von 0. Frank 2 ) geht von Fettsäureäthylestern nicht diegeringste Menge in den Chymus bezw. ins Blut über; dieselben werden gespaltenund bei der Aufnahme aus den Fettsäuren und Glycerin synthetisch Triglyceridegebildet. Henriquos und Hansen 3 ) haben durch Zusammenschmelzen vonSchweineschmalz und Paraffin und Behandeln des Gemisches mit schwacher Soda-lösung eine Emulsion erhalten, in welcher jedes Fetttröpfchen aus Fett und Paraffinbestand. Da von diesem Fett-Gemisch im Darm wohl das Fett, nicht aber dastaraffin aufgenommen wurde, so schliessen sie, dass Neutralfette nur in gelösterForm (als Seifen) nicht aber als solche bezw. in Emulsion aufgenommen werdenkönnen. Dieser Ansicht huldigt auch E. Pflügor 4 ). N. Zuntz 5 ) zeigt, dassweder künstliche noch natürliche Fettemulsionen., noch Seifenlösungen vom Hundein nennenswerther Weise verdaut, d. h. ias Blut übergeführt werden, dass abersofort eine erhebliche Aufnahme statthat, wenn der Emulsion ausgepresster Pankreas-saft und Galle Galle allein genügt nicht beigemischt werden. Nach Zuntz ge-fügt aber zur Erklärung dieses Vorganges die angezogene Spaltung der Fette fürden Uebergang ins Blut nicht allein, es muss in der Galle und dem Pankreassaftnoch ein anderer Umstand mitwirken; er glaubt, dass eine geringe Menge freierFettsäuren das Fett verdaulicher macht.

Die Galle besitzt eine besondere Lösungsfähigkeit für freie Fettsäuren, so dassauch aus sauerem Darminhalt eine Fettaufnahme stattfinden kann. Mau denkt sichdaher mit Moore und Rockwood den Vorgang vielfach folgendermassen: Die Neu-tralfette werden durch die Galle (bezw. den Pankreassaft) gespalten und die freien Fett-säuren theils als solche von der Galle gelöst, theils an Alkali gebunden als Seifenaufgenommen. Aus den Fettsäuren wird darauf nach J. Munk wahrscheinlichin den Lymphzellen der Darmschleiiuhaut 6 » Neutralfott zurückerzeugt, das frei-gewordene Alkali der Seifen wieder in den Darin zurück ausgeschieden und für neue

') Aivhh f. eiperim. Pataol. a. Pharmak. 21, 873.

") /eitsebr. f. Biologie 1898, 36, 5G8.

3 ) Central!.!. V. Physiol. 1900, 14, 318. .f. Munk bekämpft (ebendort 1900, 14, 400) die"chlussfolgerung obiger Verfasser.

') PflBger's Archiv d. ges. Physiol. 1900, 82, 303.

".) Versammlung deutscher Naturforscher u. Aerzte 1891, 63, IL, 179.

*) Wenn man ausgeschnittene Darmsehleimhaut mit Glycerin and Fettsäuren bei Bruttempera-t'n- stehea lägst, so entstehen nach Munk Neutralfette.

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