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192 Veränderungen der Nährstoffe durch Verdauung und ihre Aufgabe für die Ernährung.
gegangene Galle ausgeschieden wird, lassen sich Gallensäuren und Gallenfarbstoffenachweisen').
Die Galle ist nämlich durch folgende eigenartigen Bestandteile ausgezeichnet:
a) Durch 2 Säuren, die Taurocholsäure (C 52 H 45 NS 2 O u ) und Glykochol-säiü\; (C ä2 H 43 N0 12 ), welche beide an Natrium gebunden als Natriumsalze vor-handen sind.
Die gallensauren Alkalien sind löslich in Wasser und Alkohol, unlöslich inAether, ferner wie die freien Säuren optisch aktiv and rechtsdrehend. Durch Kochenmit Säuren oder Alkalien spalten sie sich in die stickstofffreie Cholalsäure C 24 H 40 O 5und in Tauriu (Amidoäthausulfonsäure") C 2 H 4 • NH 2 • S0 2 • OH bezw. Glykokoll (Amido-essigsäure) CH, • NH, • COOH. Ausser Tauro- und Glykocholsäure giebt es an-scheinend noch eine 3. Gruppe Gallensäure in der Galle verschiedener Thiere. Diev. Pettenkofer'sche Reaktion 1 ) auf Galle rührt von den Gallensäuren her.
b) Durch 2 Farbstoffe, einen gelbbraunen bezw. rothgelben, Bilirubin(C S8 H 8 (jN 4 O c ) und einen grünen, Biliverdin (C 32 H 3G N 6 O g ).
Das Bilirubin stammt anscheinend aus dem Hämatin des Blutes her, kommtvorwiegend als Bilirubinkalk in den Gallensteinen vor und geht durch Oxydation inBiliverdin und andere Farbstoffe über. Es ist unlöslich in Wasser, schwer löslichin Alkohol und Aether, dagegen leicht löslich in Chloroform.
Uebersehichtet man in einem Reagensglase Salpetersäure, welche etwas salpetrige Säure enthält,vorsichtig mit einer Losung von Bilirubinalkali in Wasser, so entstehen farbige Schichten in folgen-der Reihenfolge von oben nach unten, grün, blau, violett, rollt und rothgelb (v. Gmelin'scheReaktion).
Das Biliverdin kommt ausser in der Galle in erbrochenem Mageninhalt, inVogeleierschalen, im Harn bei Ikterus und zuweilen in Gallensteinen vor.
Es ist unlöslich in Wasser, Aether und Chloroform, dagegen in Alkohol und Eis-essig mit schön grüner Farbe löslich. Durch Einwirkung von Ammoniumsulfhydratkann das Biliverdin zu Bilirubin reducirt werden. Das Biliverdin giebt die Gme-lin'sche Reaktion, mit der blauen Farbe anfangend.
c) Durch folgende, häufig vorkommende Bestandtheile: Cholesterin. Lecithin,Fette und Salze (Seifen) der Fettsäuren (Myristinsäure in der Rindergalle), Harn-stoff (in den Gallen des Menschen und der meisten Thiere spurenweise, in denenvon Haifisch und Rochen dagegen als Hauptbestandtheil in grossen Mengen). DieGallensteine bestehen beim Menschen durchweg aus Cholesterin (Cholesterin-steine) 2 ).
Die Galle besitzt entweder eine neutrale oder alkalische Reaktion. Die Farbeist bei verschiedenen Tliieren wechselnd, goldgelb, gelbbraun, olivenbraun, braungrün,
*) Behufs Nachweises der Gallenstoffe mischt man nach v. Pettenkofer zweckmässigetwas der gallehaltigen Flüssigkeit mit konc. Schwefelsäure mit der Vorsicht, dass die Temperaturnicht höher wie bis 60 oder 70° steigt, setzt dann unter Umrühren mit einem Glasstabe tropfenweiseeine 10%"ig e Rohrzuckerlösung zu. Bei Gegenwart von Galle erhält man eine schön rotheFlüssigkeit, die bei gewöhnlicher Temperatur allmählich blau-violett wird.
Da diese Reaktion auf der Bildung von Furfurol aus Zucker beruht, so kann man die Reaktionauch in der Weise anstellen, dass man die Galle in Alkohol löst, diese Lösung mit Thierkohle reinigtbezw. entfärbt, zu je 1 cern der alkoholischen Lösung 1 Tropfen Furfurollösung und 1 cem konc.Schwefelsaure zusetzt und dann abkühlt, um ein Erwärmen zu vermeiden.
z ) Zum Unterschied hiervon unterscheidet man ab, Gallensteine die I'igmentsteine, welcheaus Pigmentkalk bestehen und verwiegend bei Rindern und Schafen vorkommen. Line dritte ArtGallensteine, «'lebe aber selten vorkummeu, besteht aus Calciumkarboiiat und -phosphat.