Die Verdauung.
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Die Zeit anlangend, welche die Speisen im Magen verweilen, so hängt dieselbe ganzvon der Art und dem Zustande (gröbere oder feinere Zerkleinerung) derselben ab. Brotwird z. B. rasch in eine breiige Masse (Chymus) übergeführt, andere pflanzlicheNahrungsmittel dagegen z. B. Kartoffeln, wenn sie nicht hinreichend fein zerkautwerden, finden sich häufig mehrere Stunden nach einer Mahlzeit noch als feste undwenig veränderte Stückchen im Mageninhalt. Unter Umständen dauert es auch nur15—30 Minuten, bis die Speisen durch den Pförtner in den Darm übergehen; es istdieses besonders dann der Fall, wenn die Nahrungsmittel leicht verdaulich sind.■In dieser Hinsicht muss man aber bei den protei'nreichen Nahrungsmitteln, welchevorwiegend nur der Wirkung des Magensaftes unterliegen, unterscheiden zwischender Geschwindigkeit, mit welcher die Proteinstoffe in Albumosen und Peptone über-geführt werden, und der Geschwindigkeit, mit welcher die Nahrungsmittel derart zuThymus verarbeitet werden, dass sie in den Darm übergehen können. Es ist diesesbesonders zu beachten bei krankhaften Zuständen. Wenn in Folge solcher dieverdauungsthätigkeit im Magen herabgesetzt ist, so empfiehlt es sich, solcheNahrungsmittel zu wählen, welche die Thätigkeit des Magens wenig in Anspruchnehmen, also letzteren thunlichst leicht und rasch verlassen, einerlei ob die Protein-Stoffe derselben etwas leichter oder schwieriger in Albumosen bezw. Peptone über-geführt werden. Man wird daher für solche Fälle thunlichst flüssige oder breiigbeschaffene Speisen wählen, auch wenn die Proteinstoffe in diesem Zustande weniger'eicht hydrolysirt werden. Ein hart gekochtes Eiweiss (bezw. Ei) wird durchMagensaft (Pepsin) bei einem Salzsäuregehalt von 0,1—0,2% leichter peptonisirt,a ls flüssiges Eiweiss (rohes Ei); dennoch wird man ein rohes oder weich gekochtes■ki für magenschwache Zustände dem hartgekochten vorziehen. Aehnlich verhältsich gekochtes und rohes Fleisch.
3. JJie Galle. Der mit dem saueren Magensaft durchtränkte und zum Theilumgeänderte Speisebrei, der Chymus, geht in den Darm (Dünndarm) über.
Hier unterliegt er zunächst der Einwirkung der Galle, dann der des Bauch-s peichels oder Pankreassaftes und des Darmsaftes.
In den oberen Theilen des Dünndarms behält der Speisebrei seine von demsaueren Magensaft herrührende sauere Reaktion bei, wird aber durch Vermischungm it den alkalischen Säften der Galle und der Bauchspeicheldrüse nach ab-wärts mehr und mehr alkalisch.
Die in den oberen Theil des Dünndarms sich ergiessende Galle ist das Ab-sonderungserzeugniss der Leber. Sie ist ein Gemenge von der Absonderung der■ijeberzellen (Lebergalle), sowie von den Drüsen der Gallengänge und von derSchleimhaut der Gallenblase (Blasengalle).
Die Bildung der Galle beruht auf einer Zellenthätigkeit, anscheinend verknüpftDll t einer Oxydation. Die Galle wird bestandig abgesondert. Die wesentlichen Be-st andtheile der Galle entstehen erst in der Leber und zwar die GallenfarbstoffeWohl sicher aus dem Blutfarbstoff; denn das normale Blut, auch das der Leber zu-strömende Blut enthält keine Gallenbestandthaile, auch nicht nach Unterbindung oder*-xstirpation der Leber. Nur wenn der .Abfluss der Galle aus der Leber behindert• wird das Blut gallehaltig; die Gewebe färben sich gelb, es tritt die GelbsuchtUkterus) auf und in dem grünlichbraunen Harn, durch welchen die in das Blut über-