Cellulose oder Rohfaser.
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lose verschieden. Die genannten Stoffe sind aber mit der letzteren in den Pflanzenaufs innigste verwachsen bezw. durchdrungen; denn der nach Behandelnder Pflanzenstoffe mit Wasser, Diastaselösung und verdünnter, kalter Kalilaugeverbleibende Rückstand nimmt erst die Eigenschaften der wahren Cellulose an,wenn durch Erhitzen mit verdünnten Säuren die paragalaktanartigen etc. Stoffeentfernt sind.
Unter „wahrer Cellulose" sind die Anhydride der Hexosane (vorwiegendoder nur d-Glukosan) zu verstehen, die erst mit stärkeren Säuren Hexosen (vor-wiegend oder nur d-Glukose) liefern und die nachfolgenden Eigenschaften besitzen:
1. Die reine Cellulose von 1,25—1,45 spec. Gewicht ist unlöslich in Wasser, Al-kohol, Aether, Diasta3elösung, kalter verdünnter Kalilauge und in verdünnten Säuren.Durch Kupferoxydammoniak 1 ) wird reine Cellulose (Baumwolle, Papier) gelöst, diePasern verlieren ihre Struktur und nehmen eine schleimige Beschaffenheit an. Ausdieser Losung wird die Cellulose durch Säuren unverändert in Form eines gallert-artigen Niederschlages gefällt; der Niederschlag bildet nach dem Trocknen eine horn-artige Masse. Die aus den Pflanzen gewonnene Cellulose ist aber in diesem Reagensmeistens nichi oder nur theilweise löslich.
2. Jod für sich allein färbt Cellulose nur braun oder gelb; unter gleichzeitigemZusatz von sog. assistirenden Verbindungen wie:
Jodwasserstoff, Jodkalium, Jodzink, Schwefelsäure und Phosphorsäure
wird sie durch Jod blau gefärbt. Am besten eignet sich hierzu Chlorzink-Jod-lösung 2 ).
Diese Reaktion wird zum Nachweis der Cellulose in der Mikrochemie benutzt,indem die betreffende Pflanzensubstauz mit schwacher Jodlösung durchfeuchtet undreine konc. Schwefelsäure zugesetzt wird, wodurch Biäuung eintritt.
3. In konc. Säuren und Alkalilösungen ist die Cellulose löslich und erleidetZersetzutigeu, indem sie theils in Dextrin und Zucker, theils in Humussäuren etc.zerfällt.
Bringt man zu 30 Gwthln. kalter massig konc. Schwefelsäure 1 Gwthl. reineCellulose (Baumwolle), so wird dieselbe aufgelöst, nimmt eine kleisterartige undnach 15 Minuten eine zuokersyrupähnliche Beschaffenheit an. Die so veränderteCellulose wird Amyloid oder Hydroceilulose genannt.
Das Verhalten der Cellulose gegenüber Schwefelsäure wird benutzt zur Dar-stellung von Pergameutpapier. Man zieht ungeleimtes Papier schnell durch konc
*) Dieses Beagens wird nach C. .Neubauei in folgender Weise bereitet: Kupfervitriol wirdhei Gegenwart von Salmiah mit Natronlauge gefällt; der Niederschlag wird zuerst durch Dekan-tirea, zuietzt auf dem Filter sorgfältig gereinigt und von dem gereinigten Kupferoxydhydrat solange in überschüssiges 20%-iges Ammoniak eingetragen, als sich noch davon lost.
Ein neues IiöBungsmittel für Cellulose ist, nach Cross und Bevan eine Losung von Zinkchloridin der zweifachen Gewiehtsn enge von Kssigsäureanhyürid.
2 ) Die Chlorainkjodlösung wird nach Radlkofer in folgender 'Weise bereitet- Eine Auflesungvon Zink in Salzsäure wird bis zum Syrup von etwa 2,0 spec. Gewicht eingedampft, der Syrup biszu 1,8 spec. Gewicht mit Wasser verdünnt, was durch Zusatz von 12 Thln. Wasser zu 100 Thln.Flüssigkeit erreicht wird. In 100 Thln. der letzteren (von 1,8 spec. Gewicht) löst man 6 Thle. Jod-kalium und so viel Jod. als die Flüssigkeit aufzunehmen vermag.
IS*