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Die chemischen Verbindungen der Xahrungs- und Genussmittel.
Schwefelsäure, welche mit 1 / i Vol. Wasser verdünnt war, wäscht mit Wasser so langeaus. bis alle Säure entfernt ist, und trocknet. Das durch die Einwirkung derSchwefelsäure gebildete Amyloid schlägt sich auf und zwischen den Panierfasernnieder, so dass letztere verkittet werden und das Papier grosse Festigkeit undDichte erlangt.
4 Salpetersäure wirkt beim Kochen oxydirend, indem sich OxycelluloseC 18 H 26 0 16 bildet.
Die eigentliche Oxycellulose auch C ollexm genannt, enthält nach B. Tollens')1 Atom Sauerstoff mehr als die Cellulose selbst. Die gebildeten Oxycellulosen sindaber ein Gemisch von 1—4 Cellulosegruppeu C 6 H 10 O 5 mit dem Collexin C 6 H l0 O 0und zwar in chemischer Verbindung. Mit Wasserstoffsuperoxyd liefert die Celluloseiiach Bumcke und Wolffenstein 2 ) Hydralcellulose von der Formel6O 8 H 10 O 8 + H,O.
Bauchende Salpetersäure oder ein Gemisch von konc. Salpetersäure mit Schwefel-säure bilden aus Cellulose Pyroxylin oder Schiessb autn wolle, einen Salpeter-säureester, welcher wohl fälschlich als Nitrocellulose bezeichnet wird. Je nach derKoncentration der Säure oder der längeren oder kürzeren Einwirkung derselbenauf Baumwolle entstehen Di-, Tri-, Tetra- oder Hexanitrate.
Die explosibele unlösliche Schiessbuumwoll e besteht ihrer Zusammensetzung nach vorwiegendaus Cellulosehexanitrat C 12 H l4 (0 • N0 2 ) 6 0 4 , das in Aether-Alkohol lösliche Pyroxylin, das Kollodiumdagegen wesentlich aus dem Tetranitrat C 12 H 16 (0 'NO^O,, und Pentanitrat (\ 2 H 1B (0 • NO,) 6 0 B . DurchAuflösen der Kollodiumwolle in Nitroglycerin oder durch Auflösen der Schiessbaumwolle in Essigäthererhält man die Sprenggelatine bezw. die Masse für das rauchlose Pulver.
Seit einiger Zeit dient auch die Cellulose zur Darstellung von Kunstseide, wozu eine Keihevon patentirten Verfahren in Gebrauch sind. Die Cellulose wird entweder nitrificirt und mit Schwefel-ammonium denitrificirt, oder in Kupferoxydammoniak gelöst und durch ein Bad von verdünnter Salz-säure, Schwefelsaure, Oxalsäure, Weinsäure, Citronensäure und verdünnter Karbolsäure in eine Masseumgewandelt, die einen festen Faden liefert, oder Cellulose wird durch Behandeln mit AlkaüJaugc undSchwefelkohlenstoff in eine lösliche Masse (Viskol'd) verwandelt; oder sie wird durch Lösen in Zink-chlorid erst in Hydrat umgewandelt und hieraus durch Magnesiumacetat und Acetylchlorid unterAnwendung von Nitrobenzol Cellulosetetraacetat C K H 16 (0«C0CH,)4 0 6 hergestellt, welches als Grund-masse für die Darstellung der Kunstseide dient.
Die Kunstseide ist gegenüber der Katurseide bis jetzt noeh wenig haltbar, weshalb sie sichnoch nicht allein, sondern bei Anwendung von Naturseide als Kette nur als Schuss verwenden lässt.
Die Cellulose gleicht auch dadurch den Kohlenhydraten, dass sie durch denBacillus amylobacter bei Gegenwart einer Spur Stickstoffsubstanz zu Kohlen-säure (CO;,) und Methan (CH 4 ) oder unter Umständen zu Wasserstoff ver-gährt. Da. dieser Bacillus auch im Teichschlamm und in Sümpfen, ferner inAbortschlamm und im Darmkanal enthalten ist, so beruht hierauf die Sumpfgas-Bildung in Teichen und Sümpfen, sowie die Entstehung der Darmgase bei denDarmfäulnissvorgängen.
Zur quantitativen Bestimmung der Cellulose bezw. Holz- oder Rohfaserin den Pflanzen bedient man sich bis jetzt der Behandlung mit 1 J ' 4 %-iger Schwefel-säure und 1 Vt'/o-iger Kalilauge, sowie des Auswaschens mit Wasser, Alkohol und
*) Berichte d. deutschen ehem. (Jesellschaft 1899, 32, 2589.-; Ebendort L8H9, 32, 2493.