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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Die chemischen Verbindungen der Nahrungs- und Genussmittel.

Diese Stoffe werden auch wohl unter dem NamenZellstoffe" zusammen-gefasst und verdienen diesen Namen insofern mit Recht, als die Wandungen derZellen aller höheren und der meisten niederen Pflanzen aus denselben gebildet wer-den. In ganz jungen, zarten Organen bestehen die Zellwandungen aus fast reiner,nur mit wenig unorganischen und organischen Beimengungen durchdrungener Gellu-lose. weiche ohne Zweifel aus den im Protoplasma vorhandenen, aus der Kohlensäureder Luft durch Assimilation gebildeten Kohlenhydraten ihre Entstehung nimmt; dieGellulose kann auch in solche Kohlenhydrate zurückverwandelt werdeu.

Mit dem längeren Wachsthum der Pflanzen bilden sich Verdickungsschichten,indem die Zellsubstanz kohlenstoffreicher und sauerstoffärmer wiid; es bildet sich dieinkrustirende Substanz, Lignin (mit 5562% Kohlenstoff), welches in älteren,harrten Organen, im Holz, in holz- oder hornartigen Htoffen (Dattelkerne, Stein-nuss etc.) überwiegt. Cross und Bevan 1 ) geben dem Lignin bezw. Lignondie Formel C ]9 H 82 O 10 , welche 55,5% Kohlenstoff erfordert. Es wird von Agentienleichter angegriffen als die Gellulose, z. B. durch Chlor, schwefelige Säure, Wasser-stoffsuperoxyd, mittelst deren man die Cellulose von den ligninartigen Beimengungenbefreien und reine Cellulöse gewinnen kann. Unter weiterem Verlust von Sauer-stoff geht die Zellsuhstanz in Mi tscherlich's Suberin mit 6267 % Kohlen-stoff und Fremy's (Jutin der Korksubstanz mit 73,7% Kohlenstoff über. Auchnimmt man an, dass die Gellulose durch Umsetzung in Gummi, Harz, Wachs(Korkwachs), Fette und ätherische Oele zurück- bezw. umgewandelt wird.

Die Zellmembran enthält aber ausser dem Lignin oder der sog. inkrustirendenSubstanz und dein. Anhydrid der d-Glukose, dem Glukosan noch Anhydride andererHexosen, so das Galaktan und Mannan; denn beim Behandeln von manchen Zell-stoffen sowohl in den Kotyledonen wie Samen erhält man als Zucker Galaktose, beianderen, wie Steinnuss, Mannose (oder Seininose). Zu den Hexosauen gesellen sichaber weiter die Anhydride der Pentosen, die Pentosane (C 5 H<,0 4 ), deren Mengez. B. im Stroh bis zu 25% beträgt.

Wahrscheinlich haben sich die Pentosane durch Oxydation aus den Hexosanengebildet. Denn wenn man die Cellulosen von der Formel C 6 H] 0 O 5 oder die wahrenZuckerarten mit Cbromsäure oxydirt und dann mit Salzsaure von 1,06 spec. Gewichtdestillirt, erhält man Furfurol. Nach Cross und Bevan 2 ) ist die Furfurol-

liefernde Substanz in der Zellmembran als Pentosemonoformal C5H 8 0 3 <q>CH 2

aufzufassen, woraus ihre Beziehung zu den Hexosanen hervorgehen würde.

Die vorstehenden, durch verdünnte Säuren in Zucker überführbaren Anhydridelösen sich nicht in Kupferoxyd-Ammoniak, färben sich auch mit Chlorzinkjod-Lösungnicht blau; sie werden daher zu den Saccharo-Colloiden gerechnet und von E. SchulzeHemi-Oellulose" oder Paragalaktane" genannt.

Als Zellbestandtheile sind ferner noch schleim geben de Stoffe zu nennen,die mit Wasser aufquellen und mit verdünnter Schwefelsäure etwas Gellulose undGlukose liefern. Auch das durch 5%-ige Natronlauge aus Holz ausziehbare Holz-gummi, welches durch Hydrolysirung Xylose liefert, ist von der eigentlichen Cellu-

') Berichte d. deutschen ehem. Gesellschaft 18y3, 26, 2520.=) Ebendort 1890, 29, 1457.