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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Farbstoffe.

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auch Stickstoff ob auch Phosphor, ist noch nicht ausgemacht, und wird auch zum grösstenTheil durch Aether gelost, also dem Rohfett (d. h. dem Aetherextrakt) zugerechnet. Des Zu-sammenhangs wegen möge dasselbe aber hier kurz erwähnt sein.

Das Chlorophyll ist die Ursache der grünen Farbe der Pflanzer.; es kommt an Protoplasmagebunden in Form von abgerundeten, bisweilen auch stern- oder bandförmigen Massen in allen selb-ständig assimilirenden Blättern der Pflanzen vor; seine Bildung ist abhängig tob dem Vorhandenseinvon Eisen, einer gewissen Temperatur und Lichtintensität, besonders von der Einwirkung der gelbenund der rechts und links hiervon gelegenen Sirahlen des Spektrums. Man kann das Chlorophyll denChlorophyllkörnern durch 90%-igen Alkohol entziehen: die alkoholische Lösung ist grün, im durch-fallenden Licht und bei starker Koncentration roth und zeigt eine blutrothe Fluorescenz. Eigen-artig für diese Lösung ist das Absorptionsspektrum; eine sehr konc. Lösung lässt nur das Roth vorder Linie B hindurch; eine verdünntere Lösung zeigt mehrere kennzeichnende schwarze Streifen.Schüttelt man die alkoholische Lösung mit Ligroi'n, so geht nach Sachsse vorwiegend blauesCyanopbyll in Lesung, während im Alkohol gelbes Xantophyll gelöst bleibt. Hiernach beständedas Chlorophyll aus einem- Gemisch von zwei Farbstoffen, möglicherweise aber sind dieselben schonSpaltungserzeugnissc des Chlorophylls; denn das Chlorophyll zersetzt sieh sehr leicht, indem sich dieLösungen, wenn sie der Luft und dem Lichte ausgesetzt werden, rasch oxydiren and von Grün inBraungelb übergehen. Durch Salzsäure, auch Wein-, Aepfel- und Oxalsäure wird das Chlorophyll ineinen blaugrünen Farbstoff, Phyllocyanin oder Phyllocyansäure, und einen gelben Farbstoff,Phylloxantbin, zerlegt. Letzterer kann drr sauren Lösung durch Aether entzogen werden, währendder blaugriine Farbstoff in der salzsauren Lösung verbleibt.

Chrysophyll und Erythrophyli sind wahrscheinlich Zersetzungsstoffe des Chlorophylls.

Bei der Destillation mit Zinkstaub liefern die ChlorophylIstoffe Pyrrol; ,",,'.,' ~ p>NH; sie

seheinen daher zu diesem in naher Beziehung zu stehen. Dieselbe Beobachtung ist auch bei den Blut-farbstoffen gemacht worden, lieber weitere Beziehungen von Chlorophyll und Blutfarbstoff vergl. S. 3H.

Von sonstige]] Pflanzenfarbstoffen sind zu nennen:

Das Blumengelb oder Xanthin, welches, ähnlich wie das Chlorophyll, an eine ölartigeSubstanz gebunden und gelöst im Zcllsafte der Pflanzen vorkommt und aus den Blüthen von Helian-thus annuus durch Ausziehen mit Alkohol gewonnen werden kann. Dasselbe gilt von dem Blumen-blau oder Anthocyan.

Alkanin CH u 0 4 , Alkanaroth in d Wurzeln von Anehusa tinetoria.

Bixin C B H M O n , Orleanroth in dem M,rk und dem Fruchtfleisch der Fruchtkapsel des Orleans-baumes (Bixa Oreleana).

Carotin C ls H :i O oder C x Jl m nach Arnaud in den Wurzein der Mohrrübe (Daueus carota);Vergl. diese.

Saff lorgelb, C^N^O,,, im wässerigen Auszuge des Safflors.

Curcumiu C u rTi40 t: Curcumagelb in der Wurzel von Curcuraa longa und C. viridiflora.

Hämatoxy liii C|,,H u 0 6 -t~ 3 ILO in dem von Splint und Binde befreiten Kernholz von Haema-wxylon Campechianum (Blau- oder Campecheholz); das Hämatoxylin geht bei Gegenwart einer Basedurch Einwirkung von Luft in HämateVn C M H, e O a über.

Luieolin Cli u O, ist der gelbe Farbstoff des Wau (Koseda luteola).

Morin 0 15 H 10 0; -(- S H,0 findet sich im Gelbholze, dem Stammholze von Mores tinetoria.

Der Weinfarbstoff (Oenoljn, Oenolinsäure oder Oenocyanin etc.) findet sich in der Beeran-baut der blauen Weinbeere abgelagert; über die Unterscheidung desselben von anderen ähnlichenfarbstoffen vergl. unter Abschnitt Wein" Bd. III.

Mit dem Namen Orseile, Persia oder Lackmus bezeichnet man Farbstoffe, welche aus ver-schiedenen Flechtamarten durch einen eigenthümlichen (lährungsvorgang gebildet werden. Bezüglichdieser und anderer zahlreicher Farbstoffe des Pflanzenreiches inuss auf die Lehrbücher der Chemieverwiesen werden.

Manche Pflanzenfarbstoffe haben sieh als Glukoside erwiesen (vergl. S. 187141).