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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Die chemischen Verbindungen der Nahrungs- und Genussmittel.

Emodin (Trioxymethylanthrachinon) glukosidähnlicbe Körper enthalten, welche bei der Spaltuug Oxy-methylantb]auhinone liefern.

Digitalin i.-t der wirksame Stoff der kurz vor der Bliithe gesammelten Blätter von Digitalispurpurea. Der wirksame Stoff besteht aus 2 Glukosiden, dem in den Samen -vorkommenden Digitoxinund Digitalin, während das erstere nur in den Blättern vorkommt (vergl. S. 141).

Pikrotoxiu (oder Cocculin), C^H^Ou, bildet den wirksamer: Bestandtheil der Kokkelskörner,der Früchte von Menispermum (Cocculus). Die zerkleinerten, thnnlichat von Feit befreiten Kokkels-körner werden wiederholt mit Wasser ausgezogen, die kolirten heibsen Auszüge mit einer genügendenMenge Bleiacetat-Xösung versetzt, ila^ Filirat durch Schwefelwasserstoff entbleit und auf ein geringesVolumen eingedampft. Die nach mehrtägigem Stehen ausgeschiedenen Krystallmassen werden gesammeltund durch Umkrystallisiren aus iieissem Wasser sowie Alkohol gereinigt.

Gentiopikrin ('»H^O,» neben etwas Gentisin C u H 10 0- (0,1%) ist das Enzianbitter in derEnzianwurzel (Gentiana lutea). Der durch Ausziehen mit 7(> %-igem Alkohol bereitete Auszug derfrischen Wurzeln wird nach dem Eindunsten in 3 Thln. Wasser gelöst, die Lösung mit gekörnterThierkohle behandelt und der von letzterer aufgenommene Bitterstoff mit 80%-igem Alkohol ausgezogen.Der von Alkohol befreite Bückstand wird mit Vj Vol. Wasser versetzt, das abgeschiedene Harz ab-filtrirt, das Filtrat im Wasserbade mit geschlämmtem Bleioxyd behandelt, filtrirt, das Filtrat durchSchwefelwasserstoff entbleit, zum Syrup eingedunstet und letzterer mit wenig Aether geschüttelt. Dienach, ä 1 Stunden krystallinisch erstarrte Masse wird gepresst und aus heissem Wasser unter Zusatzvon etwas Thierkohle umkrystallisirt.

Beim Kochen mit verdünnten Sauren zerfällt das Gentiopikrin in gährungsfäliigen Zucker(C,H u 0 6 ), Gentiogenin (C u H0,) und Wasser (H 2 0).

Quassiin C, 0 H, a 0 8 (nach Wiggers) oder O^H^Ö» (nach Chris tensen) wird aus dem Holzder Qnassia (Quassia amara) durch Ausziehen mit Wasser (7s vom 'Jev ichte des angewendetenHolzes), Eindunsten und Fällen der Lösung mit Tannin gewonnen, indem mau den Niederschlagmit Bleikarbonat anrührt, die Mischung im Wasserbad« eintrocknet, den Rückstand mit Alkohol auf-zieht und den Rückstand der alkoholischen Losung aus einem Gemisch von Alkohol und Aether um-krystallisiren lässt.

Hopfenbitter 0», H, 0 lm zu 0,ü04 % in den Hopfenzapfen und zu 0,11 % ' n den Hopfen-drüsen, dem Lupulm; vergl. unter Hopfen AbschnittBier".

Agaricin ( ler Laricin C,H 2( 0. (?) ist. der wirksame Bestandtheil des Fliegenschwammes(Agaricus albus) und des Lärchenscuwammes (Polyporns officinalis), aus welchen der Bitterstoff durchAusziehen mit Alkohol gewonnen werden kann.

Cnicin C^H,,'), in den Blättere, von Cnicui benedictus.

Erythrocentaurin C. ; H,,0, im Tausendgüldenkraut (Erythraea Centaureum).

Cubebin C 10 H 10 O, neben Cubebensäure und Harz in den Früchten von Cubeba officinalis.

Cantharidin C^H,,!),, der wirksame, blasenziehende Bestandtheil der spanischen Fliegen(Lytta vesicatoria, Mylabris Cichorii, Meloe majalis), aus welchen der Bitterstoff durch Aetherausgezogen wird. Der Rückstand der ätherischen Lösung wird durch Schwefelkohlenstoff von Fettbefreit, darauf mit Kalilauge im geringen Deberschuss zur Trockne verdampft, mit Chloroformgewaschen, das cantharidinsaure Kalium durch verdünnte Schwefelsäure zerlegt, von neuem mit Chloro-form ausgeschüttelt, ans welcher Lösung das Cantharidin in Kxystallen ausgeschieden wird.

Das cantharidinsaure Natrium hat auf Liebreich's Vorschlag vorübergehend eine subkutaneAnwendung gegen Tuberkulose gefunden; die Versuche sind aber bald wieder eingestellt.

Farbstoffe.

Die Farbstoffe der Pflanzen fallen nur dann unter die Gruppe der stickstofffreien Extraktstoffe,wenn sie entweder keinen Stickstoff enthalten und dalier hei der üblichen Multiplikation des letzterenmit 6,25 nicht zu den Stickstoff-Substanzen gerechnet werden, oder wenn sie nicht in Aether löslichsind. Insofern gehört der am weitesten in den Pflanzen verbreitete Farbstoff:

Das Chlorophyll nicht hierher; denn es enthält neben Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff