Pektin- und Bitterstoffe.
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Pektin Stoffs.
Mit diesem Namen (von irypvtoc = geronnen) bezeichnet man eine Körperklasse welche mit demGummi und den Pflanzenschleimen äusserlich grosse Aehnlichkeit hat, jedoch nicht zu diesen gerechnetwerden dart, da sie nicht die Zusammensetzung der Kohlenhydrate besitzt. K. kommt den Pektin-stoffen die allgemeine Formel 0.,, fl^ 0 13 zu, in der also die Anzahl der Kohlenstoffatome weder durch6 theilbar ist, noch auch Wasserstoff und Sauerstoff in dem Verhältniss des Wassers vorhanden sind.
Die Pektinstoffe, welche namentlich in den fleischten Früchten und Rüben vorkommen, sollenals Grundsubstanx die in Wasser völlig unlösliche Pektose enthalten, welche in Jen Zellwänden derunreifen Früchte und Kuben ahgelagert ist. Durch'Kochen mit Wasser, durch Einwirkung verdünnterSauren, ferner durch Formente, wie die in den Kuben enthaltene Pektase, erleidet die Pektose mannig-fache Umwandlungen, welche indess nicht zu den Glukosen, wob! aber zu den Pentosen in Beziehungzu stehen seheinen; man hält sie auch für Oxypflanzenschleime.
Die entstehenden TJmwandlungsstoffe, die bis jetzt ausserordentlich wonig erforscht sind, sindzum Theil in Wasser löslieb, theils aufquellbar und in dei Kälte die Flüssigkeit, gelatiniren machend.Man hat denselben die Samen Pektin, Parapektin, Metapektin, Pektin säurt, Para pektin-säure und Pektosinsäure gegeben. Die als Enderzeugmss auftretende Metapektinsäure reducirtFehling'sche Lösung und scheint mit dem Arabin oder Metarabin gleich zu sein.
Bitterstoffe.
Mit dem Namen „Bitterstoffe" bezeichne! man einige aus Kohlenstoff, Wasserstoff and Sauerstoffbestehende in den Pflanzen fertig gebildet vorkommende Stoffe, welche einen bitl eren Gesohmat '• besitzen.Die Konstitution derselben hat zum Theil eine wesentliche Aufklärung gefunden (vergl. S. 123). Von denwichtigeren Bitterstoffen seien hier noch aufgeführt:
Santonin, C,jH l8 0 8 , welches in einer Menge von 2 — 3% "' dem sog. Wurmsamen und den vorder vollständigen Entwickelung gesammelten Blüthenkopfen von Artemisia maritima vorkommt. ZurGewinnung desselben kocht man 4 Thle. des von aetherischem Oel befreiten Wurmsamens mit l 1 /., Thln.gelöschten Aetzkalkes und 15— 20 Thln. 50 — CO "/»-igen Alkohols aus, kolirt, destillirt den Alkoholab und dampft auf ca. 15 Thle. ein: durch vorsichtigen Zusatz von Salzsäure oder Essigsäure scheidetman erst das Harz ab und durch Uehersättigen mit Salzsäure erhält man das Santonin, dasbekannte wunntreibende Mittel, welches in grösseren Mengen giftig wirkt — 0,2 g vi ['anlassen bereitssin eigeutbümliches Farbensehen, besonders „Gelbsehen" —.
Absynthiin, C^H^Os (in dem kurz vor der Blüthe gesammelten Kraul von ArtemisiaAbsynthium); das Kraul wird mit Wasser ausgekocht, der etwas eingekochte Auszug mit Galläpfel-aufguss gefällt, der feuchte Niederschlag mit Bleiglätte nur Trockne verdampft; der trockne Rückstandw ird mit Alkohol ausgezogen, letzterer abdestillirt, darauf wird mit Wasser verdünnt und das Bleidurch Schwefelwasserstoff ausgefällt. Aus dem Filtr.it scheidet sich das Absynthiin beim Eindampfenlu öligen, heim Erkalten erstarrenden Tropfen ah. Es kann durch abermaliges Lösen in Alkohol,Fällen mit Tannin und Zerlegen des Niederschlages mit Bleiglätte gereinigi werden. Das Absynthiinwird von Thierkohle absorbirt und kann daraus durch Ausziehen mit Alkohol gewonnen werden. DasSelbe gehört zu den Glukosiden (vergl. S. 142).
Alo'iu, von welchem man vorwiegend drei Sorten unterscheidet: das in den Barbados-Aloe vor-kommende Barbaloln (0, C H,,0 ; + x l,,o;>. das Socololn (C )6 H ls 0, nach Tilden oder C 34 H„0 1B r<* H, o nach Flückiger) aus der Zanzibar-und Socotra-Aloe und das Natalo'in (C^H^O,, nach Tilden)«W der Natal-Aloe.
Als „Aloe" des Handels bezeichnet man den eingedickten Saff der Blattei vieler Aloe-Arten.Aus der Aloe gewinnt man das Aloin dadurch, dass man l Tbl. Aloe in 2 Thln. Wasser von 90- -95°löst und die von Harz abgegossene Losung 10—12 Tage stehen lässt; das ausgeschiedene Aloün wirdWieder in 2 Thln. Wasser von 60—65° gelöst, auskrystallisiren gehissen und schliesslich durch ,r m"Tstallisiren aus Alkohol gereinigt, Tschireh hat nachgewiesen, daas die Aloesotten neben freiem