Kohlenhydrate.
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I. Die Monosaccharide oder Monohexosen (Monosen).
Von den 16 möglichen stereoisomeren Aldohexosen kommen in der Natur nurfertig gebildet vor die d-Glakose, d- und 1-Mannose und d-Galaktose, vonden 8 stereo-isomeren Ketohexosen mir die d-Fruktose und Sorbinose oderSorbose. Die anderen Glieder dieser Reihe sind nur künstlich dargestellt. Ersteremögen daher hier auch nur Berücksichtigung finden.
Die zu den Hexosen gehörigen, in der Natur vorkommenden 6-werthigenAlkohole sind der Mannit, Sorbit und Dulcit: sie besitzen folgende Eigen-schaften :
1-Mannit d- Mannit 1-Sorbit d-Sorbit Dulcit
t CHaOH
CHjOH
CH a OH
CH 2 OH
CH 2 OH
HCOH
HOCH
HOCH
HCOH
HCOH
Konstitutionsformel
HCOHHOCH
HOCHHCOH
HCOHHOCH
HOCHIHCOH
HOOH
IH0< H
HOCH
HCOH
HOCH
HCOH
HCOH
l CHjOH
CIL OH
OH, OH
CH 8 0H
OH 2 0 h
Schmelzpunkt
166°
163 — 1(j4 ü
75°
75"")
188"
Drehung bei Gegenwart
von Borax rechts links — links inaktiv
d-Mannit oder gewöhnlicher Mannit kommt in der Manna, dem eingetrock-neten Safte der Mannaesche (Fraxinus ornus) vor, aus welchem er durch Auskochen undKrystalliaation (in feinen glänzenden Nadein) gewonnen werden kann; vielleicht istder in Pilzen und Algen vorkommende Mannit ebenfalls d-Mannit; er bildet sichbei der Reduktion von d-Mannose und d-Fruktose mit Natriumamalgam, bei derschleimigen Gährung von Saccharose. Der Mannit schmeckt sehr süss. Durchschwache Oxydation mit Salpetersäure liefert er d-Mannose und d-Fruktose, durchstärkere Oxydation d-Mannozuckersäure, Erythritsäure und Oxalsäure.
Der Links- oder 1-Mannit entsteht aus 1-Mannose, bezw. aus 1-Arabinose-karbonsäure durch Reduktion mit Natriumamalgam in schwach alkalischer Lösung,wie ebenso inaktiver Mannit, (d--(-l-)Mannit aus inaktiver Mannose (i-Mannonsäure).letzterer ist gleich mit dem synthetisch dargestellten a-Akrit aus der a-Akrose.
d-Sorbit findet sich im Saft der Vogelbeeren (Sorbus aucuparia) und entstehtdurch Reduktion der d-Glukose, sowie neben d-Mannit durch Reduktion der d-Fruktose-
1-Sorbit ist bis jetzt nur künstlich durch Reduktion von 1-Gulose erhaltenworden.
Dulcit (auch Dulcin, Dulkose, Melampyrit, Melampyrin, Evonymit genannt)ist in zahlreichen Pflanzensäften, z. B. von Melampyrum-, Pilinantus-, Evocymus-Arten und besonders in der Dulcit-Manna von Madagaskar vorhanden. Künstlichwird der Dulcit aus Laktose und Galaktose mit Natriumamalgam erhalten.
Durch Oxydation mit Salpetersäure liefert er Schleimsäure.
Den durch schwache Oxydation aus den 6-werthigen Alkoholen hervorgehendenHexosen schreibt man eine gleiche Konstitution wie den Alkoholen zu, selbstver-
') Schmilzt wasserfrei bei 103—104°.
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