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Die chemischen Verbindungen der Nahrungs- und ücnussmittel.
kleinen Mengen Schwefelsäure (0,5—1)5%) oder Zinkchloridlösung (1,5%), durchEinblasen von Luft oder mittelst Filtration durch Knochenkohle gereinigt.
Auch die im Kleinen durch Ausziehen der Stoffe mit Aethyläther behufs quan-titativer Bestimmung gewonnenen Fette und Oele weisen dergleichen Verunreinigungenauf und werden in dem Aetherauszug mit gewogen.
Aber abgesehen von diesen an sich fremdartigen Stoffen schliessen die Fetteund Oele auch noch verschiedene Bestandteile ein, die nicht an Glycerin oder Fett-alkohol gebunden sind und die sich von den eigentlichen Fetten und Oelen nichttrennen lassen. Hierzu gehört z. B. das fast regelmässig in den Fetten und Oelenenthaltene, S. 86 erwähnte Lecithin.
Wenn oben S. 95 gesagt ist, dass die Fette und Oele durchweg aus den Tri-glyceriden der Palmitin-, Stearin- und Oelsäure in wechselndem Mengeverhältniss be-stehen, so scheint es doch auch Fette zu geben, welche gemischte Triglyceride ent-
^OC 18 H 33 0halten; so hält Bell das Vorkommen eines Oleopalmitobutyrats C 3 H 5 ~ OC 16 H sx O
"^OC 4 H 7 0in der Kuhbutter für wahrscheinlich. Allen glaubt, dass im Japanwachs Dipalmitinvorkommt, während Keimer und Will das Stearin aus älterem Rüböl für Dierucinhalten.
Derartige Abweichungen dürften tvohl nicht vereinzelt dastehen. Von allgemeinerWichtigkeit für die Beurtheiluug der Fette und Oele sind auch noch folgendeBest.iiidtheile und Eigenschaften:
I. Gehalt der Fette und Oele an Glycerin und freien Fettsäuren.
Ueber den Gehalt der Fette an Glycerin liegen verschiedene Angaben 1 ) vor,die durch Anwendung verschiedener, an sich nicht sehr genauer Verfahren (vergl.III. Bd.) bedingt sind. Am wahrscheinlichsten sind die von Benedikt und Zsigraondy 2 )ermittelten Werthe, nach denen enthalten:
a. Yerseit'ungszahl b. Glycerin
berechnet aus a, gefunden
Olivenöl ........ 191,8 — 203,0 10,40 —11,1.0 % 10,15—10,38%
Leinöl ........188,4—195,2 10,24—10,66 „ 9,45— 9,97 „
Cocosöl ........27.0,0—275.0 14,76—14,83 „ 13,30—14,50 „
Talg......... 196,5 10,72 „ 9,94—10,21 „
Kuhbutter....... 227,0 12,51 „ 11,59 „
Leberthrau....... — — 9,87 „
Die aus den ersten Untersuchungen gezogene Schlussfolgerung, dass die Pflanzen-fette durchweg weniger Glycerin und dementsprechend mehr freie Fettsäuren ent-halten, hat sich nach den letzten Untersuchungen bezüglich des ersten Punktes nichtbestätigt, dagegen bleibt die Annahme, dass die Pflanzenfette durchweg etwas mehrfreie Fettsäuren zu enthalten pflegen, bestehen.
') Die ersten Ermittelungen hierüber rühren von J. jRiesow und B. Aronheim (Landw.
Versuchsstationen 1874, 17, 1) u. W. v. d. Beeke (Zeitsehr. f. anal. Chemie 1880, 19, 291) her.
2 ) Chem.-Ztg. 1885, 9, 975 und 1887. 11, 68, vergl. auch Benedikt-Ulzer, Analyse derFette 1897, 3. Aufl. 185.