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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Die chemischer Verbindungen der Nahrungs- und Oeimssmittel.

stehen, lässt mit einiger Gewissheit vermuthen. dass diese, Gruppen in gegenseitigerBindung im Proteinmolekül vorgebildet sein müssen.

P. Schützenberger ] ) hält die Proteinstoffe., weil sie qualitativ dieselben Zer-setzungsstoffe (Kohlensäure, Oxalsäure und Ammoniak) liefern, wie Harnstoff undOxamid, für zusammengesetzte Ureide oder Oxamide und giebt ihnen die allgemeineFormel C n + 2 H 2n - 8 N 8 0 8 , bestehend aus: HOOC COOH (Oxalsäure) -f 2 NH 3 +2 (C m H im + ! N0 8 ) + [3 (C P H 2P _ j N0 2 ) Amidkörper] 8 H 2 D. Zahlreiche Versucheindess, aus diesen Bestandtheilen einen Protel'nkö>per aufzubauen, führten nicht zumZiele, und vermuthet Schützenberger, dass bei der Zersetzung der Proteinstoffe(durch Baryumhydroxyd) nicht allein eine Zerlegung des verwickelt zusammengesetztenMoleküls in seine Bestandtheile erfolgt, sondern auch gleichzeitig intramolekulareUmlagerungen vor sich gehen, welche sich nicht beliebig herjtellen lassen und daherdie Synthese der Proteinstoffe auf diesem Wege unmöglich machen.

W. Hausmann 2 ) erhielt aus den einzelnen Proteinstoffen die Spaltungserzeug-nisse (Amide, Di- und Monaraine) in sehr verschiedenen Mengen z. B. in Procentendes Stickstoffs:

Amid-Stiekstoff "Diammo-Stiekstoft* Monamino-Stickstoff

4,6213,37 % 11,7188,93% 54,9975,98%

und schliesst daraus, dass die einzelnen Proteinstoffe einen verschiedenen konstitutio-nellen Aufbau besitzen müssen.

O. Loew 8 ) hält da3 Prote'iumoJekül für ein Kondensations-Erzeugniss, welchesaus 6 Ketten von folgender Konstitution besteheu soll:

COH ~CH. KSi~C~ COH^CH " CH NH, C COB = ( FI ~CH NH.,"CH~COH.

H. Schiff*) nimmt im Proteinmolekül zur Hervorrufung der Biuretreaktion

zweimal die Gruppe CO NH 2 an; nach Hasse 5 ) soll die Gruppe C0C vorhanden

sein, während das Glutinpepton nach C. Paal 6 ) den Stickstoff in dreifacher Form

enthalten soll, nämlich erste Form ;C-NH 2 , zweite Form C NH C i und dritte

.0-

Form jC-N-

~c;

oder :0-N:C:

"W. M. Kolowski 7 ) neigt der Ansicht Schützenberger's zu und betrachtet

N =als Grundlage des Proteinmoleküles die Oxamidgruppe C 2 0 2

~N =

und dieses selbst

NHR

als C 2 0 2 -<'!."" , worin R und R x einwerthige aus C, H, N, S und O bestehendeNHKj

Radikale sein sollen.

Die Zerlegung im Thierkörper denkt sich Kolowski wie folgt:

_^HR^ 2 - -NHR.

2 H 2 0 f 0 == ROH -j- R, OH

co<^ + co 2i

es sollen also ausser Kohlensäure nur Harnstoff und die stickstoffarmen RadikaleROH und RjOH entstehen.

') Compt. rendus 1891, 112, 198.

2 ) Zeitschr. f. physiol. Chcm. 1900, 31, 136.

*) 0. Loew «. Th. Bokorny: Chemische Kraftquelle im lebenden Protoplasma. München 1882.

*) Berichte d. deutschen ehem. Gesellsch. 1896, 29, 303.

') Thierchem. Jahrbuch 1894, 24, 718.

*) Berichte d. deutschen ehem. Gesellsch. 1896, 29, 1084.

') Nach Bull. Torrey Botan. Club 1899, 35 in Chem.-Ztg. 1900, 24, Rep. 75.