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Die Phömcier.
welche der lyrische König Hircim init Salomo, dem Könige des damalsbis zur Nordküste des arabischen Meerbusens ausgedehnten israelitischenReiches hatte, öffnete den Phöniciern durch Mitbenutzung der im idu-mäischen Gebiete gelegenen Häsen Elath und Eziongeber auch einenSeeweg zu dem an kostbaren Nalurerzeugnissen reichen Lande Ophir,worunter entweder Gegenden Äthiopiens und des glücklichen Arabiensoder die Küsten von Indien, vielleicht mit Inbegriff der Insel Taprvbaneoder Ceylon zu verstehen sind. Die regelmäßigen Winde, welche imerythräischen Meere während des Sommers von Südwesten, währenddes Winters von Nordosten wehen, machten eine Verbindung zwischendem Eingänge des arabischen Meerbusens, der Straße Babelmandeb,und der malabarischen Küste möglich. Einen überraschenden Beweisihres Unternehmungsgeistes liefert, wenn sie auch nicht in phönicischenHandelsinteressen ihren Grund hatte, die aus Veranlassung des ägypti-schen Königs Necho ausgeführte Umschiffung Afrikas, mittelst deren sieso weit nach Süden gelangten, daß sie, was bei dem damaligen Standeder Erdkunde ihren Berichten nicht allenthalben geglaubt wurde, dieSonne zur rechten Hand hatten. Die Kunst der Schiffahrt hatte beiWeitem noch nicht eine solche Stufe erreicht, daß der Versuch wieder-holt werden konnte; dem Zwecke, welchen Necho im Auge gehabt, erwiesdas Unternehmen, das drei Jahre gekostet hatte, sich nicht förderlich undso knüpfte sich für Handel, Völkerverkehr und Erdkunde keine Folge da-ran, ja man blieb ungeachtet desselben über die Ausdehnung Afrikasnach Süden noch viele Jahrhunderte im Dunkeln.
4. Am bedeutsamsten für die Phönicier selbst und für die von ihnenbesuchten Völker waren ihre Handels- und Entdeckungsfahrten nachWesten. In dieser Richtung war ihrer Thätigkeit ein viel freierer !
Spielraum dadurch geboten, daß sie fast überall an Küsten landen konn-ten, wo ungebildete Stämme den Fremdlingen, die sich bei ihnen niedcr-ließen, keinen nachdrücklichen Widerstand entgegen zu setzen vermochten unddaß selbst da, wo sie mit gesitteten und widerstandsfähigen Völkern inBerührung kamen, das Bedürfniß nach den durch sie zugeführten Er-zeugnissen des reichen Ostens einen großen Gewinn verhieß. So wurdenihre westlichen Fahrten die Veranlassung, daß im Laufe der Zeit einelange Kette von phönicischen Niederlassungen das mittelländische Meermit einigen Unterbrechungen umsäumte. Diese Niederlassungen wurdenfreilich nicht, wie die priesterlichen Colonieen Äthiopiens, zur Ver-breitung eines geregelten Götterdienstes und zur Sittigung wilderStämme angelegt, denen mit diesen Wohlthaten zugleich der Vortheil ^
eines geschützten und geregelten Handelsverkehrs wurde. Der Gewinn >war so sehr die Triebfeder der Fahrten, daß dieselben im Anfang nurNaubfahrten waren und den Namen des Volkes in schlimmen Ruf ^