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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
Seite
459
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dem Selcucidenreichc, Makedonien und Griechenland. -Zi-

schen Krieges lebte und der etwas spätere, angeblich als Sklave ausAfrika nach Rom gekommene Terentius. Doch behauptete sich dieseArt von Belustigung weniger bei dem Volke als bei den Neichen undVornehmen. Dem Volke sagte es mehr zu, der Hetze wilder Thiere, dieman nach Rom brachte, und den Kämpfen der Gladiatoren, der zuFechtern abgerichteten Sklaven, in den Amphitheatern zuzuschauen. Fürdie Vornehmen und Reichen war es ein doppeltes Bedürfniß, das siein den Kreis griechischer Bildung zog und sie so auch in Hinsicht ihresgeistigen Lebens in eine besondere Stellung versetzte. Die Verhältnisse,in welchen der römische Staat sich befand, machten die ans heimischerUeberlieferung und Uebung zu gewinnende Geschicklichkeit für die Be-handlung der staatlichen Verhältnisse unzulänglich und das Verlangennach Vergnügen und Genuß verschaffte der griechischen Literatur alseinem Bedürfnisse der Unterhaltung dieselbe Stelle, die sie an denhellenistischen Fürstenhöfen hatte, auch in den von Fürstenhöfen wenigverschiedenen Häusern der römischen Großen. Das Bemühen um diehöheren Aemter des Staates trug dazu ein Großes bei. Je mehr beiden verwickelteren Staatsverhältnissen eine Schaustellung von Talent,Kenntnissen und Ncdegeschicklichkeit zu diesem Ziele zu führen anfing,richtete sich der Blick der reichen Römer nach den Griechen als Lehrernder Beredtsamkeit und dadurch fand auch die griechische Philosophie, dietheils unmittelbar durch die Uebung in Behandlung streitiger Fragen,theils mittelbar durch Erweiterung des Gedankenkreises und Förderungvon Geistesgegenwart und Gewandtheit eine Vorschule dazu schien, be-reitwillige Aufnahme. Man verkannte indessen auch nicht die Gefahr,welche im Gefolge der eindringenden fremden Bildung nahte. Es warnatürlich, daß der höhere Zweck, dem das Verbreiten griechischer Bil-dung im römischen Reiche dienen sollte, das tiefere Verftändniß für Er-örterung sittlicher Fragen, woraus sich die Erkenntniß der Unzulänglich-keit des Heidenthums und die Empfänglichkeit für das Christenthum er-gab, jetzt noch nicht geahnt werden konnte. Was den aufmerksamenBeobachtern klar werden mußte, war die eingetretene Entfernung voneinheimischer Sitte. Da nun im Heidenthum, wo der Mensch auch alssittliches Wesen auf die Pflege der in seiner Natur gegebenen Keimenicht hinauskam, die Tüchtigkeit von treuem Bewahren nationaler Eigen-thümlichkeit abhing und das Verlassen derselben auch mit einem Ueber-springen sittlicher Schranken verbunden zu sein pflegte, richtete sich eineBesorgniß gegen die Freunde der griechischen Bildung. Wenn jedochder censorische Cato als der Vertreter und Vertheidiger des ächtenRömerthums erscheint und wenn ihm die Scipionen das Einbürgernfremder Sitte zu fördern scheinen, so ist dieser Gegensatz besonderslehrreich deßhalb, weil in Cato zugleich die römische Strenge von