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Die Römer im Kampfe mit Carthago,
auch aus der geschichtlichen Darstellung, die eine spätere Zeit gegeben,für die ganze Zeit bis auf Camillus hervorleuchten. Doch ist es fürkeine Nation möglich, daß die ganze Zeit ihres Bestehens hindurch dieDichtung über den geschichtlichen Erinnerungen walte. Als nach demgallischen Brande, der die vorhandenen Aufzeichnungen vernichtet hatte,sich das Andenken an die Vergangenheit herstellte, gab die in den sam-nitischen Kriegen entwickelte Kraft einen Schwung, vermöge dessen mächtigeBilder alter Heldengröße entstanden. Als aber die Römer ihre Waffenüber das eigentliche Italien hinaustrugen und durch die Eroberungender griechischen Gebiete in Süditalien und Sicilien mit fremden Kreisendes Lebens und Denkens bekannt wurden, mußte in dem Gefühl desGegensatzes sich das Gesetz einer nüchternen Betrachtung der eigenenVerhältnisse entwickeln, der Eindruck überlegener griechischer Bildungden Geist von der unvollkommenen die eigene Heldenzeit verherrlichendenDichtung ablenken und die Weite des neuen Gesichtskreises, in welchemsich der Herrschbegier so große Ziele zeigten, die Erzählungen aus demauf kleinen Raum beschränkten Leben der eigenen Vorzeit in Vergessen-heit bringen. Diejenigen Römer, welche mit ihrem Geiste in dieStrömung der neuen Zeit hineingezogen wurden, geriethen unter denEinfluß der griechischen Literatur, die in der ganzen übrigen Welt, soweit höhere Geistesbildung vorhanden war, eine Alleinherrschaft auöübte.Diese Richtung wurde der römischen Literatur schon durch Ennius ange-wiesen, der in der griechischen Stadt Rudiä in Campanien geboren warund unter Fulvius Nobilior in Aetolien als Krieger diente. Zwar hul-digte er in seinen Annalen, die in dem den Griechen entlehnten heroischenVersmaße die römische Geschichte von Aeneas bis auf des DichtersZeit behandelten, noch römischen Ideen, aber die von ihm verfaßtenTragödien waren auch dem Inhalte nach griechisch. In der dramatischenKunst gab es zwar Versuche, auf einheimische Grundlagen zu bauen.Es gab Lustspiele, die aus den Belustigungen des Landvolkes hervorge-gangen waren und nach der oscischen Stadt Atclla in CampanienAtellanen hießen. Eine fernere Ausbildung erhielt das Drama in denLustspielen, in welchen römische Personen auftraten und die daher nachdem Gewände der Römer, der Toga, Komödien in der Toga hießen.Ebenso wurden Trauerspiele verfaßt, deren Stoff der römischen Geschichteangehörte und die man nach dem Amtskleide der Obrigkeiten, der Prä-texta, Stücke in der Präterta nannte. Doch die Macht, welche dieWerke der griechischen Literatur bereits besaßen, wandte die Gunst dermit den Blicken in die Ferne gerichteten Römer Nachbildungen desgriechischen Drama's zu. Solche lieferten auf dem Gebiete der Komödieim Anschluß an die neue attische Komödie die beiden Dichter Plautusaus der umbuschen Stadt Sarsina, der in der Zeit des zweiten puni-