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Die Römer im Kampfe mit Carthago,
der Gebrauch aufkam, die Spiele, die sie dem Volke zu geben hatten,auf eigne Kosten zu veranstalten. Da die curulische Aedilität eine Stufezu dem Consulate war, öffnete sich der Weg zu dieser höchsten Würdenur den Neichen. Hatte sich aber einmal ein Kreis von Familien derbezeichnten Art gebildet, so vereinigte sie zu dem Bestreben, Anderevon dem Eindringen in denselben abzuhalten, außer der Rücksicht aufden Vortheil auch die Ansicht, daß sie vorzugsweise die Träger derStaatswohlfahrt seien, wie sie sich denn auch die Tüchtigsten, die Opti-malen, nannten. Der neue Gegensatz der Optimaten gegen die Mengeder Bürgerschaft wurde, obgleich er nicht auf Satzungen ruhte, schärfer,als der Gegensatz der Patricier zu den Plebejern gewesen war undwar nur insofern milder, als zuweilen doch ein nicht zur Nobilität ge-höriger Bürger, der daun ein Neuer hieß, zum Consulate gelangte.Von den außerhalb der Nobilität Stehenden mußte der Unterschied umso lebhafter empfunden werden, als sie rechtlich nicht von mindererStellung waren und doch wirklich sich in der ungünstigsten Lage sahen.Das Uebergewicht des Reichthums auf der einen Seite vermehrte dieGelegenheiten zu Beeinträchtigung der andern, indem die Besitzer gro-ßer Güter, selbst ohne gesetzwidriges Verfahren, die kleinen Grund-besitzer in ihrer Nachbarschaft allmälig vernichteten. Das Bewußtsein,dem Rechte nach an der Ausübung einer Herrschaft über ferne VölkerTheil zu nehmen, trat mit der Unsicherheit des Lebens in den schärfstenWiderspruch und erweckte der Nobilität in der Menge einen gefährlichenGegner. Der Gegner war um so gefährlicher, als er in den langenauswärtigen Kriegen an ein sorgenfreieres und selbstständigeres Lebengewöhnt worden war und sich mit rohem Lebensgenuß, der den Be-gierden größere Heftigkeit gibt, befreundet hatte. Der bei verschiedenenGelegenheiten hervorgetretene Mangel an Kriegszucht zeigt, wie dierömischen Bürger nicht mehr jene Gesinnung besaßen, die sie zur Zeitder italischen Kriege vom Pfluge zu den Waffen und von den Waffenzum Pfluge begleitet hatte. So wie nach den auswärtigen Kriegeneine Zeit der Ruhe eintrat, mußte die Unzufriedenheit sich steigern, in-dem nun Tausende zurückkehrten, um das freiere Leben im Kriege mitdem gedrückten zu Hause zu vertauschen. Das Gefühl des Unmuthswurde gesteigert durch den Anblick des übermüthigen Gebrauches, dervon dem Neichthum gemacht wurde. Die Reichen und Vornehmenhatten im Auslände, in Griechenland und Asien, sich von der dortigenZügellosigkeit des Lebens anstecken lassen und beleidigten tagtäglich dasAuge der Aermeren durch Pracht, Verschwendung, Schwelgerei undHoffart. Es verschwand der Mittelstand und es traten Reichthum undArmuth sich um so feindseliger gegenüber, als keine Religion die Men-schen verband, welche die Reichen Mäßigung und Mildthätigkeit, die