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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Römer im Kampfe mit Carthago,

war der an der Spitze der römischen Partei stehende Kallikrates, dersich der fremden Gewalt als feiles Werkzeug dargeboten, vorzugsweisethätig. Die Achäer konnten sich darauf berufen, daß sie nichts für Per-seus gethan hatten und, als einige sich zu einer Vertheidigung in Nombereit erklärten, ergriff man begierig die Gelegenheit, tausend Achäer,die auf Angaben des Kallikrates ausgewählt wurden, nach Italien abzu-führen, wo sie als Geiseln in verschiedene Städte vertheilt lebten undvon wo nach 17 Jahren die noch lebenden, dreihundert an der Zahl,zurückkehrten. Unter den Fortgeführten war Lykortas' Sohn Polpbius,der durch die Verbindung, in welche er mit Aemilius Paullus' Sohne,Scipio Aemilianuö, kam, einen bleibenden Aufenthalt in Rom fand undim Besitz genauer Kenntniß von römischem Wesen der Geschichtschreiberseiner Zeit wurde. Während der Abwesenheit der Geiseln unterlagenalle Handlungeu des achäischen Bundes den Vorschriften der Römer.Das Gefühl der Erniedrigung brachte in dieser Zeit in dem Heran-wachsenden Geschlechte, welchem Kallikrates ein Gegenstand des tiefsten Ab-scheues war, heftigen Grimm gegen die Römer hervor. Dieser Grimmkam durch neuen von Sparta erregten Zwist zum Ausbruche. Die Rö-mer nehmen sich der Spartaner an, doch da sie setzt noch keine entschei-dende Sprache führen, kommt es zu einem Kriege, der mit dem Unter-liegen Spartas endet. Kallikrates war auf einer durch die spartanischenHändel veranlaßten Gesandtschaftsreise nach Rom gestorben. Es regtesich auch in der Ferne der Unmuth unterdrückter Völker gegen Rom.Es war im Jahre 149 ein neuer Krieg mit Carthago ausgebrochen.Kurz darauf, im Jahre 148, bildete sich ein Aufstand in Macedonienaus, indem ein Mensch mit Namen Andriskus sich für Philipp, einenSohn des Perseus, ausgab und das makedonische Reich herzustellen Ver-suchte. Doch blieben während des makedonischen Aufstandes die Achäerden Römern noch treu und wirkten mit, den ersten Einfall des Andris-kus in Thessalien zurückzuweisen. Noch in demselben Jahre wurde derKrieg in Macedonien durch den Prätor Metellus beendigt, der Empörerin Thracien gefangen genommen und Macedonien förmlich zu einerProvinz eingerichtet. Da sich bald auch die Aussichten auf BezwingungCarthago's bestimmter gestalteten, nahmen die Römer gegen die Achäereinen strengeren Ton an. Im Jahre 147 verlangten ihre Gesandtenzu Korinth, daß der Bund auf alle Orte, die zu Philipps Zeit nicht zuihm gehört, verzichten solle. Da dies nur eine weitere Ausdehnungder für Sparta gemachten Ansprüche war, reihte sich die endliche Ent-scheidung an jene Siege, durch welche Philopömen zur Zeit des römisch-syrischen Krieges die Macht der Achäer, wie es schien, auf ihren Gipfelgebracht hatte. Es entstand durch die Erklärung der römischen Gesandteneine ungeheure Aufregung in der Stadt und man suchte in der Rach-