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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Z94 Die Römer während der Ausbildung ihrer Stacitsverfaffung -

vilius. Es erzeugte die höchste Gährung, als ein alter Kriegsmannaus der Schuldhaft, in welcher er grausam behandelt worden, entsprangund sich halb verhungert, in Lumpen gekleidet und von blutigen Strie-men entstellt, auf dem Markte zeigte. Servilius beschwichtigte die Wider-spenstigen, indem er ihnen auf die Dauer des bevorstehenden volskischenFeldzuges für sich und die Ihrigen Sicherheit zusagte. Als aber nachder Heimkehr Appius Claudius die Rechtspflege übernahm, ließ er ohneRücksicht auf die gegebene Zusage dem Schuldrechte seinen Lauf. Untersolchen Umständen kam es zu neuem Widerstande im I. 494, als zweimilde gesinnte Prätoren, wie sie aus der Centurienwahl hcrvorgehenkonnten, Mrginius und Veturius, gegen den Starrsinn ihrer Standes-genofsen nichts zu Gunsten der Plebs auszurichten vermochten. Wennes nicht zu eigentlicher Empörung kam, so ist es dem Umstande zuzu-schreiben, daß ein großer Theil der Plebejer, die außerhalb der StadtWohnenden, durch die Bestellung der Felder vom Erscheinen in derStadt abgehalten wurde und die Patricier in der größeren Geschlossen-heit ihres Standes und in der Unterstützung ihrer Clienten noch einegroße Widerstandskraft besaßen. Die strengen Nathschläge des AppiusClaudius führten zur Ernennung eines Diktators, der das thun sollte,wozu die beiden Prätoren nicht geeignet schienen. Es wurde aber Dik-tator ein Valerius, Bruder des Valerius Poplicola, der das Verfahrendes Langjährigen Prätors Servilius erneuerte und nach der Heimkehrgleiche Vereitelung seiner Absicht erfuhr. Nun standen, da Sabiner, Vols-ker und Acquer zu bekämpfen gewesen, nach seiner Heimkehr noch zweivon den Prätoren befehligte Heere unter den Waffen. Diese wollteder Senat nicht heimkehren lassen, um gegen sie die Gewalt, die derPrätor gegen den unter den Waffen stehenden Krieger hatte, in demgefährlichen Augenblicke nicht zu entbehren. Da kündigten die Kriegerden Gehorsam auf, gingen unter einem selbstgewählten Anführer, LuciusSicinius Bellutus, auf die rechte Seite des Anio und lagerten sich aufeinem Berge in der Gegend von Crustumerium, der später, weil aufihm wegen dieses Ereignisses sühnende Weihen statt fanden, der heiligeBerg genannt wurde. Nach dieser Absonderung, Secession genannt,hielten sie sich ruhig, was nur daraus zu erklären ist, daß die Patricierfür den schlimmsten Fall Hülfe gehabt hätten, weil sie mit den Latinernbereits wieder in dem guten Verhältnisse standen, das im folgendenJahre durch den Vertrag der Jsopolitie bekräftigt wurde. Die Patri-cier sahen sich zum Nachgeben genöthigt und es fanden Friedensunter-handlungen wie zwischen zwei verschiedenen Völkern statt. Es ließensich für die Patricier zwei Mittel denken. Sie konnten die Plebs vonihren Führern trennen, indem sie die vornehmsten Plebejer durch Zuge-ständniß höherer Rechte an sich zogen. Dann hätten sie aber ihre eigne