Das makedonische Reich unter den Antigomdcn
den Meeren störte, beendigt zu sehen, und Philipp ging auf ihre Vor-stellungen um so lieber ein, als die Nachrichten von dem den Carthagerngünstigen Verlaufe des Krieges in Italien ihm die Aussicht eröffnten,durch Betheiligung an den dortigen Händeln zu einem Ergebnisse beizu-tragen, welches die ihm von Westen her drohenden Gefahren entfernte.Der Friede wurde zu Naupaktus auf die Bedingung geschlossen, daßjeder Theil das, was er eben besitze, behalten solle. So fielen Philippalle bisherigen ätolischen Besitzungen nördlich von den Thermopylenzu und Thessalien gehörte ihm wieder ganz. Im Peloponnes bekamer die Landschaft Triphylien und die ihr benachbarten arkadischen StädteHeräa und Phigalia. Der Krieg war mit einer Gewaltthätigkeit, wiesie im alten Griechenland nur selten vorgekommen, geführt worden, dieScheu vor den Tempeln war gewichen und Werke der Kunst hattenin großer Zahl ihren Untergang gefunden, ohne daß das im Reichedes Schönen einst so schöpferische Griechenland diesen Verlust hätte er-setzen können. An der Verflachung griechischen Lebens arbeitet die inGriechenland einreißende Rohheit nicht minder als die in Aegypten undAsien vor sich gehende Versetzung des griechischen Lebens mit fremdenBestandtheilen, und Griechenland hat um so mehr Recht, Alexandrinerund Antiochener an den großen Festspielen, wo sonst Griechen alleinauftreten durften, Theil nehmen zu lassen, als jetzt nicht mehr unbedingtmit dem griechischen Namen die Vorstellung höherer Empfänglichkeit fürgeistige Güter verknüpft ist.
10. Nicht lange konnte Philipp die gewonnenen Vortheile zur'Be-festigung und Erweiterung makedonischer Macht benutzen. Gleich demReiche der Seleuciden hatte das makedonische das Schicksal, gerade inder Zeit, wo ein regsamer Fürst ihm die Aussicht auf neues Erstarkengewährte, von der um sich greifenden Macht der Römer erreicht undgehemmt zu werden, und früher als das seleucidische fand es in denKämpfen mit diesem Feinde seinen Untergang, der dann auch für Griechen-land den Verlust der Selbstständigkeit nach sich ziehen sollte. Schon kurznach Beginn der Regierung des Antigonus Doson hatten die Römer zumersten Male den Fuß auf die Ostküste des adriatischen Meeres gesetzt.In Jllyrien war unter dem Könige Agron eine Vereinigung der einzelnenStämme zu Stande gekommen, wodurch sich eine für Italien, Makedonienund Griechenland gleichmäßig gefährliche Macht bildete. Illyrier be-unruhigten, ohne daß das Volk im Ganzen einen regelmäßigen Kriegführte, mittelst einzelner von dem Könige geduldeter oder geförderterNaubzüge die italischen und griechischen Küsten und es begannen dienachmals im Bundesgenoffenkriege in's Große ausgedehnten Streifereien,die bis an die Küste von Lakonien reichten. Die Vernichtung desKönigthums in Epirus hatte in diesem Lande die Kraft des Wider-