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Das Reich der Seleucidcn bis auf Antiochus VII.
nördliche Theil schon längst den Griechen offen gewesen war. In Asienaber gab es viele Länder, in welchen ein nationales Bewußtsein sichder makedonischen Herrscherfamilie und den verpflanzten griechischenEinrichtungen gegenüber zu immer stärkerem Widerstand kräftigte.Hatten doch schon im persischen Reiche zeitweise einzelne Satrapen durchdie nationale Abgeschlossenheit ihrer Gebiete eine Selbstständigkeit gehabt,die man ihnen nicht rauben konnte. Die Mannigfaltigkeit der einzelnenTheile des Reiches gestattete den Seleucidcn nicht die in Aegypten ein-geführte von einem Mittelpunkte nach allen Seiten hin gleichmäßigwirkende Verwaltung. Es mußte vielmehr die satrapenartige Negierung,die in Aegypten nur für die Nebenlande bestand, hier ihre Geltungbehalten. Ein Mittel gegen die hierbei unvermeidlich in's Gefährlichewachsende Macht der einzelnen Satrapen hatte schon Seleukus in derVermehrung ihrer Zahl gesucht, indem er durch Vertheilung eines Volks-gebietes unter mehrere Satrapen ebensowohl deren Bedeutsamkeit ver-minderte,- als auch den durch gemeinsame Nationalität gegebenen Zu-sammenhang, aus welchem Kraft des Widerstandes erwuchs, zu lockernbegann. Doch so wenig diese Maßregel, als die Trennung des Heeres-befehls von der Verwaltung, konnte einer nationalen Absonderung, diezu großen Schmälerungen des Reiches führte, Vorbeugen. Die Abson-derung ergab sich, wie in dem erst zu Ende von Seleukus' Negierunggewonnenen Kleinasien, auch in dem iranischen Theile von Asien, wodie Religion des Zendvolkes die dem Gricchenthum der Seleucidcnwiderstrebenden Kräfte stärkte. An Armenien schloß sich in der Reiheder Länder, welche die Keime dey Selbstständigkeit in sich trugen, Atro-patcne oder das nordwestliche an Armenien stoßende Medien, genanntnach Atropatcs, der vor und unter Alexander Satrap von Medien ge-wesen war und dessen Nachkommen sich hier als unabhängige Fürstenbehauptet hatten. Darauf folgten nach Osten Parthien und Baktricn.Die südlicheren Gegenden des iranischen Hochlandes waren wenigstensein unsicherer Besitz bis das von Parthien aus sich bildende Reich sieverschlang. Demnach bestand der Haupttheil des Reiches aus dem semiti-schen Theile des persischen Reiches, soweit er nicht von Aegypten beherrschtwurde. Hier, wo man so lange persischen Satrapen gehorcht hatte, ließman sich auch die griechischen leichter gefallen und da das Reich der Se-leuciden so gut wie das ägyptische seinen Schwerpunkt am Meere suchenmußte, war das nördliche Syrien, wo schon Antigonus sein Antigoniagegründet, das eigentliche Stammland geworden, das auch bei fort-schreitender Einschränkung des Reiches der Kern blieb, von dem dieübrigen Länder sich allmälig losschälten. So konnte das Reich derSeleucidcn das syrische Reich heißen, zumal in der westlichen Welt derName Syrien eine ausgedehntere Bedeutung annahm. An einen Ver-