Z24 DaS ägyptische Reich unter den ersten Ptolemäern.
wendig machte, ließ diese denselben ermorden nnd wurde Gemahlin desägyptischen Thronfolgers. Znr Zeit der cyrenäischen Händel erneuertesich der Krieg mit Syrien, ohne daß dessen Verlauf bekannt ist.. Wiees scheint, hat Aegypten den Frieden mit Abtretung von Pamphylienund Cilicien erkauft, die ein Gedicht des Kallimachus als Besitzungendes zweiten Ptolemäus nennt, während sie anderswo, in einer Inschriftzu Adule, in der Aufzählung der von ihm auf seinen Sohn vererbtenLänder fehlen. Der Friede wurde befestigt durch Vermählung von desKönigs Tochter Berenice mit dem zweiten Antiochus. Diese Heirathaber bildete die Veranlassung eines dritten syrischen Krieges. Um ihret-willen hatte Antiochus seine erste Gemahlin Laodice verstoßen. Sieaber kam nachher zu einer Zeit, als der Hof sich in Ephesus aufhielt,wieder zu ihm, gewann Einfluß und fand mit ihren um die Nachfolgebesorgten Söhnen Mittel, ihren Gemahl sowie, die in Antiochien woh-nende Berenice sammt ihren Kindern aus dem Wege zu räumen.Dieß bewaffnete den Bruder der Unglücklichen, den dritten Ptolemäus,zu einem Rachekriege gegen Antiochus' Nachfolger, den zweiten Seleukus.Es ist dieses eine große Begebenheit, in der weder der Verlauf noch diethätigen Kräfte bekannt sind. Der ägyptische König durchzog siegreichdie asiatischen Länder bis nach Baktrien und brachte aus denselben Alles,was einst die Perser den Aegyptiern an Kunstwerken und Schätzen ge-raubt hatten, zurück, weshalb ihm die einheimischen Priester den Ehren-namen eines Wohlthäters, Euergetes, beilegten. Der Krieg machte dieSchwäche des Seleucidenreiches offenbar, aber Ptolemäus dachte nichtan Welteroberung, welche die Grundlage seiner Macht preisgegebenhaben würde. Ein Aufstand in Aegypten verlangte auch Beschleunigungseiner Rückkehr. Er nahm das gesammte Syrien als Lohn seinerSiege und so stand Aegypten auf der Höhe seiner Macht, welche, daauch Cilicien und Pamphylien wieder gewonnen waren, sich über alleKüstenländer des östlichen Mittelmeeres ausdehnte. Diesen seinen Siegenhat der König auf einem nach Süden unternommenen Zuge zu Aduleein Denkmal gesetzt, ans welchem seine Eroberungen verzeichnet waren.Der übrige Theil von Ptolemäus' äußerer Thätigkeit bezieht sich aufGriechenland, wo die gegen Makedonien gerichteten Bestrebungen nachder ganzen Richtung der ägyptischen Staatskunst bei ihm Unterstützungfanden.
10. Mit dem Tode des dritten Ptolemäus endete die Blüthezeitdes Reiches. In den folgenden Königen zeigt sich nicht die schöpferischeKraft der drei ersten. Hatte schon unter den drei ersten die Bildungkeine sittliche Grundlage gehabt, sondern dem Leben nur eine glänzendeAußenseite gegeben, namentlich am Hofe, ohne zügelnd und ordnend zuwirken, zu einer bloß äußerlichen Verschönerung gedient, so mußte unter