Die Auflösung des makedonisch-persischen Reiches. zyi
Jahre 281 den Seleukus, als derselbe von Lysimachia gegen Makedonienaufgebrochen ist und behauptet sich, da die Truppen des Lysimachussich ihm anschließen, als dessen Nachfolger gegen Seleukus' Sohn An-tiochus, wie gegen den jetzt von Thessalien aus zur Eroberung desväterlichen Reiches ausgezogenen Antigonus.
15. Eines dritten Gegners, den er zu fürchten hatte, des Pprrhus,wurde er dadurch entledigt, daß derselbe sich einen Schauplatz kriegerischerThätigkeit in der griechischen Westwelt suchte. Dieser in die letztenWirren von Alexanders zerstückeltem Reiche verwickelte Fürst bietet,obgleich auch sein Thun ein Ergebniß jener verworrenen Zeit ist, dochein ganz besonderes, gegen die übrigen Bilder der Zeit abstechendeöBild dar. Während in den Kämpfen der Diadochen das Streben nachHerrschaft, Macht und Genuß die Triebfeder der Handlungen ist, hatsich Pprrhus durch den Anblick dieser Kämpfe und durch die Betheiligungan ihnen zu einem Künstler in der Kriegführung ausgebildet, der dieAnwendung der erworbenen Meisterschaft hoher. als die jedesmaligenZwecke seiner Kämpfe anzuschlagen scheint. Daher zeigt er sich mehrvon Ehrgeiz als von Habsucht geleitet und während die übrigen Fürstender Zeit so mancher Greuel schändet, besitzt er in einer Zeit, wo manden Adel der Tugend vergeblich sucht, jenen Adel untergeordnetenWerthes, den die Ehre verleiht. Ihn konnte er leicht bewahren, daihm das Erwerben mehr als der Besitz galt und der Genuß, den er inder Uebung seiner Kräfte fand, den Inhalt des Lebens bildete. Dahertritt er denn auch nur erschütternd, nicht gestaltend auf und er geht aufder Bühne der Geschichte vorüber, ohne daß seine große Kraft dauerndeWirkungen hervorgebracht hätte. Sein Reich hatte schon seit dem pe-loponnesischen Kriege sich allmälig hellenisirt, wie es mit Makedonienseit Archelans geschah. Nach der Schlacht bei Jpsus war er nachAlexandrien gegangen, hatte sich dort mit Ptolemäus' und BerenicensTochter Antigone, nach welcher die von ihm erbaute epirotische StadtAntigonea genannt ist, vermählt und war mit ägyptischer Unterstützungin sein Reich zurückgekehrt. In Ambracia, das seit Philipp makedonischgewesen und durch Kassanderö Sohn Alexander ihm abgetreten war,hatte er seinen Wohnsitz genommen und allmälig die Herrschaft überdie benachbarten Stämme gewonnen, so daß aus dem molossischen König-reiche ein epirotisches geworden war. Nachdem seine Bemühungen umMakedonien gescheitert waren, ergriff er eine Gelegenheit, in Italienund Sicilien seine Feldherrnkunst zu versuchen. Seitdem das Söldner-wesen sich Ln's Große ausgebildet hatte, kam es auch vor, daß Fürstenmit Söldnerheeren in den Dienst fremder Staaten traten. Wie Age-,silaus dieses in Aegypten gethan, thaten es der spartanische KönigArchidamus III. und der molossische König Alexander bei den Tarenti-