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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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258
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258 Die Griechen von dem Ende des peloponnesischcn Krieges

Beraubung reicher Mitbürger und fortwährenden auf Beute abzielendenKriegen nöthigte. Hierdurch erreichte das Tyrannenwesen die Stufeder Ausbildung, auf welcher sich an den Namen eines Tyrannen derBegriff roher Gewaltthätigkeit geknüpft hat. Dionysius kriegerischeThätigkeit war nach Süden gegen die ihre Einfälle oft erneuerndenCarthager und nach Norden gegen griechische Städte in Sicilien undItalien gerichtet. Dabei gab er der Stadt Syrakus einen äußerenGlanz und, da diese Stadt mit Cyrene, Carthago und Massilia denganzen Handel des Westens theilte, fehlte es nicht an Wohlstand. Zu-gleich suchte er im eigentlichen Griechenland sich durch dichterische Ver-suche, die er in Wettstreiten zu Olympia und Athen vorleseu ließ, dieGeltung eines durch Bildung dem Kreise griechischen Lebens ungehörigenMannes zu sichern. Seine Herrschaft ging nach seinem Tode im Jahre368 unter dem Einflüsse des Syrakusaners Dion, mit dessen Schwesterer vermählt gewesen war, auf den aus seiner Ehe mit einer andern,aus Lokri gebürtigen Frau herftammenden Sohn Dionysius über. Die-sen suchte Dion vergeblich durch den mehrmals nach Syrakus gerufenenPlato zum Herrscher auszubilden. Entgegengesetzte Einflüsse machtenihn zu einem Tyrannen nach der Art seines Vaters. Sicilien und dassüdliche Italien boten das Bild der größten Verwirrung, indem allent-halben Tyrannen mit großen Söldnerheeren unter sich und mit dennoch freien Städten im Kriege lagen und von Zeit zu Zeit die Carthagerdurch Einmischung in die sicilischen Angelegenheiten Befestigung ihrerHerrschaft suchten. Eine Erweiterung des Kreises griechischen Lebensbewirkte Dionysius dadurch, daß er Colonieen an der adriatischen KüsteItaliens gründete. Zugleich mischte er sich in die griechische» Kämpfe,indem er die Spartaner mit Schiffen gegen die Athener in den west-lichen Gewässern und mit Landtruppen, unter denen sich im nördlichenItalien geworbene Celten und aus karthagischem Dienste übergetreteneIberer befanden, gegen Epaminondas im Peloponnes unterstützte. Eszeigte sich in dieser zersplitterten Thätigkeit, die nur einem leidenschaft-lichen Verlangen nach äußerer Macht diente, stärker als im Mutterlandeder Verfall des griechischen Lebens, das sich ungeachtet der in ihm lie-genden Kräfte nicht mehr mit sittlichem Gehalte zu erfüllen vermochteund daher mittelst aller staatlichen Umwälzungen keine höhere undund dauernde Wohlfahrt mehr für die Glieder eines staatlichen Ver-bandes erzielte.

11. Aehnlich, aber von größerer Einwirkung auf das übrige Grie-chenland und daher auch die Entscheidung seiner Geschicke fördernd, warendie Verhältnisse in Thessalien. Die getrennten Staaten der Thessalerhatten in sofern eine Verbindung mit einander, als sie sowohl zur Be-hauptung der Herrschaft über die unterthänigen Völker, wie zur Abwehr