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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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256 Die Griechen von dem Ende des peloponnesischen Krieges

Aussicht auf ein größeres Maß von Sicherheit und Vortheil. In sol-chem Gcwirre löst sich auch der Versuch Thebens auf die Hegemonie mitdem vierten Zuge des Epaininondas auf. Im Peloponnes war Elis, dassich wieder an Sparta angeschlossen, mit Arkadien in Streit gerathen. DieArkadier hatten den Tempel zu Olympia geplündert und bezahlten mitdessen Schätzen ihren Miethtruppen den Sold. In Mantinea wollteman sich von diesem Verfahren lossagen und darüber entstand eine Spal-tung unter den Arkadern, welche, da Mantinea, die alte Feindin desjetzt von Sparta getrennten Tegea, sich auf spartanische Seite stellte, diethebanische Hegemonie zu gefährden schien. Epaininondas stößt schonbeim Eindringen in den Peloponnes auf Schwierigkeiten, Sparta zuüberraschen gelingt ihm nicht und da er sich nach Mantinea zurückzieht,findet er dort schon die Spartaner, mit welchen ein athenisches Heer sichvereinigt. Es wird eine große Schlacht geschlagen, in welcher die The-baner den Platz behaupten, durch welche aber die Lage der Angelegen-heiten sich nur in sofern ändert, als in ihr Epaininondas, die Haupt-stütze der thebanischen Macht, fällt. Nachdem die Heere einander dieTodten herausgegeben und dadurch die Schlacht für eine unentschiedeneerklärt hatten, zogen sie nach Hause und die allgemeine Erschöpfung er-leichterte den Frieden, für den wieder der persische König thätig war,und zu dem Epaininondas im Sterben den Seinigen gerathen hatte.Zwar trat Sparta, weil es seinen Ansprüchen auf Messenien entsagensollte, nicht bei, aber die Waffen ruhten. Theben verlor seine Hege-monie über die Staaten außer Böotien, ohne daß sie ihm förmlich ent-rissen wurde und Sparta, das nicht einmal das frei gewordene unddurch Rückkehr zerstreuter Messenier gestärkte Nachbarland wieder er-hielt, mußte zufrieden sein, im Inneren die Ruhe herzustellen, die beiEpaininondas erstem Anrücken gegen Sparta durch Empörung von Pe-riöken und Heloten gestört worden war.

9. Wenn man die hegemonischen Bestrebungen von Theben mit denfrüheren von Athen und Sparta vergleicht, so erkennt man in denelfteren die Zeichen des Eintrittes einer neuen Zeit insofern als sie nichtvon gegebenen Grundlagen aus sich naturgemäß entwickelten, sondernvorzugsweise auf dem Wege der Berechnung herbeigeführt wurden.Dies stimmt damit überein, daß es in höherem Grade, als bei den ent-sprechenden athenischen und spartanischen Bestrebungen die Persönlich-keiten waren, welche, ohne durch die gegebenen Verhältnisse darauf an-gewiesen zu sein, und ohne mit ihrem Thun einem allgemeinen Zuge zufolgen, Pläne für Griechenlands Gestaltung entwarfen und verfolgten.Daraus ergibt sich, daß die Schärfe der alten Stammeseigenthümlichkeitengeschwunden war und daß die Menschen ihren Gesichtskreis zu sehr erweitertund ihr Gefühl zu sehr verflacht hatten, um sich innerhalb der durch altes