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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Griechen im peloponnesischcn Kriege.

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zerstreut ist, wird nach und nach ei'ngefangen und nach einer in demKriege bereits üblich gewordenen Grausamkeit werden die Athener nie-dergcmacht. Alle Bundesgenossen, mit Ausnahme von Samus, das nurder Gewalt gehorcht, fallen den Spartanern zu und Athen wird belagert,indem Lpsander sich vor den Piräus legt, Agis aber aus Decelea her-anrnckt und der andere König, Pausanias, mit einem Heere zu ihmstößt. Der Hunger nöthigt die Athener zur Anknüpfung von Unterhand-lungen, die der mit andern Gesandten nach Sparta geschickte Thera-menes, um die Athener durch langes Leiden zur Ergebung bereitwilligerzu machen, in die Länge zieht. Im I. 404 wird der Friede geschlossen,der die Hegemonie der Spartaner, nachdem derselben alle athenischenBundesgenossen anheimgefallen sind, auch auf die Athener selbst ausdehnt,indem er ihnen Nicderreißung der langen Mauern und der Festungs-werke des Piräus und Auslieferung der Schiffe bis auf zwölf auferlegtund sie gegen die Spartaner zur Hceresfolge verpflichtet. Zugleichmußten sie ihre Verbannten zurückrufen, wodurch sich, da die Verban-nung meist Anhänger oligarchischer Bestrebungen getroffen hatte, diePartei verstärkte, durch welche Sparta seinem Willen in Athen leichtereGeltung verschaffen konnte. Ein noch härteres Schicksal, Vernichtungihrer Stadt, hatten Korinth und Theben den Athenern zugedacht. DieSpartaner aber hatten ihre Forderung mit der Erinnerung an die Ver-dienste, die Athen sich im Perserkriege um Griechenland erworben, zu-rückgewiesen. Gleichwohl fügte Lpsander den Besiegten den Hohn zu,ihre Mauern unter Flötenschall niederreißen zu lassen.

7. Mit dem Falle Athens ist die Zeit des frischen Lebens für Grie-chenland dahin. Seit Alhen's Plan, eine Weltmacht zu werden, ver-eitelt ist, fehlt es für das gestimmte Griechenland an großen Zwecken,wodurch seine Kräfte in Thätigkeit gesetzt werden könnten. Der Staat,der mit Athens Macht die seinige vergrößert hat, weiß den erweitertenMitteln keine Anwendung zu geben, wodurch seine Herrschaft ein Er-gebniß für kommende Geschlechter lieferte. Es beginnt daher mit demFalle Athens keine Reihe wesentlich neuer Begebenheiten, sondern diegriechischen Staaten erschöpfen sich in ferneren Kämpfen um die Hege-monie, bis diese in der Hand der halbgriechischen Macedonier zu einereigentlichen Herrschaft wird, die keine selbstständige Bewegung der grie-chischen Staaten mehr gestattet. Während dieses Zeitraumes befindetsich Athen in einem Ringen nach Wiedergewinnung des verlornen Stand-punktes und erhält dadurch gegen alle anderen hegemouischcn Bestrebun-gen eine abwehrende Stellung, vermag aber, wenn auch von der Er-innerung an die frühere Größe begleitet, nicht die seinen Wünschenentsprechende Kraft zu entwickeln. Dieses Versiegen der Kraft im athe-nischen Volke zeigt sich ungeachtet einzelner überraschender Anstrengungen