bis zum Ausbruche des peloponncsischcn
Emathien aus seine Ostgrenze an den Fluß Arms gerückt und mußte indem Bestreben, sich weiter nach Osten auSzudehnen, vor Allen die Athe-ner fürchten, zumal diese, um das ihren Besitzungen nahe und gefähr-liche Reich schwach zu erhalten, innere Bewegungen, die gegen den da-maligen König Perdikkas II., den Sohn Alexanders, gerichtet waren,begünstigten. Vermindert wurde die den Athenern von dorther drohendeGefahr dadurch, daß sie in Thracien einen mächtigen Bundesgenossenfanden. Unter den thracischen Stämmen hatten die jenseits des Hebrusheimischen Odrpser durch Unterwerfung anderer Stämme ein mächtigesReich gebildet, das in dem makedonischen Reiche ein Hinderniß seinerweitetn Ausbreitung sah und sich daher zu den Athenern hinneigte. Soentstand eine seltsame Annäherung zwischen den gebildetsten aller Grie-chen und den ärgsten aller benachbarten Barbaren. Doch blieb dieFreundschaft, in welche der thracische König Sitalkes mit den Athenerngetreten, ziemlich wirkungslos, da das Reich der innern Festigkeit ent-behrte und dem Könige nur darum zu thun war, ans der Feindschaftzwischen Athen und Macedonien gelegentlichen Vortheil zu ziehe». Untersolchen Umständen gelang es den Athenern, die Verbreitung des Auf-standes in Chalcidice zu hindern, obgleich sie eine im Verhältnisse zuder Wichtigkeit der Gegend geringe Macht verwendeten und dadurch denKrieg in die Länge zogen. Während die Athener Potidäa, in welchemnach einem von den Athenern erfochtenen Siege auch ein korinthischesHülfsheer eingeschlossen war, belagerten, veranlaßte Korinth eine Bun-desversammlung der Peloponnesier in Sparta,, wo es durch Darlegungseiner Beschwerden den Beschluß eines Krieges gegen Athen hcrvorzu-rufen suchte. Ungeachtet der Bedenklichkeit des Königs Archidamusstimmte Korinth, das früher einmal den Ausbruch der Feindseligkeitenverhindert hatte, die Bundesgenossen für den Krieg und es wurde dasVerfahren Athens gegen Korinth als Bruch des im I. 445 geschlossenenWaffenstillstandes anerkannt. In einer neuen Versammlung ward derKrieg wirklich beschlossen und man stellte an Athen, in der Erwartung,daß es nicht nachgeben werde, die Forderung, die Angehörigen des blut-befleckten Geschlechtes der Alkmäoniden zu verbannen. Damit war einunmittelbarer Angriff auf Perikles gemacht, der von mütterlicher Seiteaus diesem Geschlechte stammte. Als Athen diese Forderung verwarf,begehrte eine neue Gesandtschaft die Aufhebung einer Handelssperre, dieAthen gegen das abgefallene Megara für alle Häfen seiner Herrschaftangeordnet hatte, so wie die Wiederherstellung der Aegincten, und einedritte sogar, die Freigebung sämmtlicher abhängigen Staaten. Es kamjetzt Alles darauf an, welche Zuversicht Perikles den Athenern einzu-flvßen vermochte. Sein Einfluß hatte kurz vorher geschwächt geschienen.Wenigstens hatte man ihn mittelbar durch Anklagen gegen die ihm zu-
Ktcsel, Weltgeschichte. I. 45