Die Griechen vor dem Kampfe mit den Persern. 197
und bildete, von dem Bunde der lyrischen Städte getrennt, einen selbst-ständigen Staat. Die Entstehung der griechischen Städte auf der Nord-küste von Cypern liegt im Dunkeln, muß aber einer Zeit angehören,wo auf der Insel die phönicische Herrschaft in Verfall gerathen waroder sich nur auf der Südseite behauptete. Die von der Insel Theraausgegangene Gründung von Cyrene fand im I. 631 statt. Im Westenlagen die korinthischen Colonieen den Bewegungen des griechischen Le-bens fern und waren am bedeutendsten durch die Stütze, welche KorinthsHandel und Macht an ihnen besaßen. Der entfernteste Westen scheinthauptsächlich den Phocäern zugänglich gewesen zu sein, von denen, wieim Osten Lampsakus am Hellespont und Amisus an der Südküste desPontus, im Westen unter vielen andern Colonieen Massilia in der Ge-gend der Rhonemündungen und Alalia auf Corsika gestiftet waren.Massilia wurde auch die Zuflucht derjenigen von ihnen, welche gleich-zeitig mit den Bewohnern von Teos und aus gleicher Ursache ihreHeimath verlassen und auf Corsika, in Rheginm und in Hyela, auch Eleaoder Velia genannt, Niederlassungsversuche gemacht hatten. Noch weiternach Westen lag Sagunt, eine Colonie von Zakynthus. Dichter warenSüditaliens und Siciliens Küsten mit griechischen Colonieen besetzt,daher denn auch hier die griechische Bildung um so eher feste Wurzelnschlug, als die Urbevölkerung eine pelasgische, also den Griechen ver-wandte, war. Hier tritt vorzüglich Chalcis als Colonieen gründend auf.Die älteste seiner Colonieen ist Cyme oder Cumä, jüngere, dem achtenJahrhundert angehörig, sind Rhegium und Narus an der Ostküste vonSicilien. Mittelbar chalcidischen Ursprung haben Leontini, Catana,Zankle, Himera. Von den Achäern rühren Sybaris und Croto», vonLokrern das epizephyrische Lokri her. Die meisten der dortigen Colo-meen aber sind dorischer Herkunft. Am bedeutendsten wurde- Syrakus,von Korinthern unter Archias im I. 734, ein Jahr nach Corcyra, ge-gründet. Megarer, die sich erst bei den chalcidischen Lcontinern nieder-gelassen hatten, aber bald von ihnen vertrieben worden waren, grün-deten Thapsus und das hybläische Megara oder Hybla, die Mutterstadtvon Selinus. Von Rhodiern und Kretern war Gela gestiftet, von demwieder Akragas oder Agrigent stammte. An die Geschichte der messe-nischen Kriege knüpft sich die Entstehung von Tarent und messenischeNiederlassungen in den chalcidischen Städten Rhegium und Zankle. Alsder erste messenische Krieg vorüber war, wuchs in Sparta ein Geschlechtheran, das aus Ehen spartanischer Frauen mit Männern der unter-worfenen Bevölkerung stammte, die Parthenier. Von den ächten Spar-tanern verachtet und ihnen an Rechten nachgesctzt, wurden sie für dieRuhe des Staates gefährlich und ihre Auswanderung war das Aus-kunftsmittel. Sie sind die Gründer von Tarent. Ans Messenien aber