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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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172 Die Griechen vor dem Kampfe mit den Persern.

entrückt waren, in ihrem ganzen Umfange dazu gehörten, sondern auchdie von den Thessalern abhängigen Völker in ihm als mit den Thessa-lern gleich berechtigt erscheinen. Die unvordenkliche Zeit der Entstehungdes Bundes ergibt sich auch daraus, daß er unter dem Einflüsse vonAnschauungen, die von denen des geschichtlichen Griechenlands sehr ver-schieden waren, zu Stande gekommen sein muß. Wie in einer Zeit, dienur mit schwachem Widerschein in die Geschichte hereinleuchtet, vomNorden eine veredelnde Sitte verbreitet worden ist, muß in derselbenauch ein mit priesterlichem Ansehn ausgerüsteter Gesetzgeber die Völkerum den Pindus in einer Weise verknüpft haben, die dem noch ingrößerer Reinheit wirkenden delphischen Orakel Erfolge sichern sollte.Dieses Alterthum wird dadurch bezeichnet, daß, nach dem Namen derAmphiktponen, welcher Umwohner bedeutet, ein Heros Amphiktpon alsGründer der Einrichtung ersonnen worden ist, der ein Bruder desHellen gewesen sei.

26. Sind alle diese frei erwachsenen Einrichtungen, durch welchesich ein Wechselverhältniß zwischen Staaten begründete, bei allem Er-folg, den sie für Nahrung und Belebung gemeinsamer Anschauungs- undDenkweise gehabt haben, doch für Vereinigung der Griechen zum Han-deln unvermögend gewesen, so hat die Überlegenheit einer Stadt, einesStaates, über andere durch mittelbare und unmittelbare Nöthigung Ver-bindungen geschaffen, die für Zeiten einer Mehrheit von Kräften ent-weder unwillkührlich die Richtung auf ein gemeinsames Ziel gaben odersie durch Zwang für ein besonderes dienstbar machten. So ist Attikaaus einer Anzahl selbstständiger Gemeinden zu einem Staate geworden,indem es durch Gründung einer Stadt, in welcher die Angelegenheitenaller sich entschieden, einen Mittelpunkt erhielt, von welchem eine an-ziehende und festhaltende Kraft ausging. Doch dieses Beispiel stehtvereinzelt da und häufiger sind die Fälle, wo zwischen selbstständig blei-benden Gemeinwesen sich durch Bedürfniß und Gewöhnung eine Bundes-genossenschaft bildete, die, um ihren Zweck zu erreichen, in dem mächtigstenGliede ihr Haupt fand, deren übrige Glieder aber unter dessen Leitungsich oft für lange Zeit in ein der Unterthänigkeit ähnliches Verhältnißherabgedrückt sahen. So hatte in Thessalien über die andern selbststän-digen Staaten der von Larissa einen Vorrang, weil der Kriegsbefehls- ,Haber, der für das gesammte Thessalien unter dem Namen Tagos er- ,wählt zu werden Pflegte, meist ans dem in Larissa regierenden sürft- ^lichen Geschlechte der Aleuaden genommen wurde. Noch dauernder undentschiedener war der Vorrang, den in Böotien Theben behauptete.Er beschränkte sich nicht auf die Leitung gemeinsamer Unternehmungenund das Ansehn, welches in Folge davon auch für Zeiten der Ruhedem leitenden Staate oder Vororte verblieb, sondern gestaltete sich zu