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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Perser.

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sischer Herrschaft arm an äußeren Ereignissen, so fehlte es nicht anEinwirkungen, durch welche sie unsichtbar und allmälig der Erfüllungihres Berufes zugeführt wurden. Ihre Begriffe von dem persönlichenund allmächtigen Gotte wurden unter der Herrschaft der Perser, zuderen Gottesverehrung sic sich im Gegensätze befanden, nur noch leben-diger und da sie in ihrem ärmlichen, oft bedrohten Dasein für dieäußere Gottesverehrung weniger sorgen konnten, vertiefte sich ihr reli-giöses Bewußtsein im Studium des Mosaischen Gesetzes, in der Ausbil-dung eines die Opfer durch Gebet ersetzenden Gottesdienstes und in dervon Propheten wach gehaltenen Hoffnung auf den Erlöser. Zu dengünstigen Umständen, unter welchen solche Frucht reifte, gehören geradedie Hemmungen, welche das Volk in der Erneuerung seines Tempelsund seiner Stadt zu erleiden hatte. Söhne und Enkel derjenigen, dieunter Cprus heimgezogen, waren nicht weiter als die Väter gekommen.Unter dem ersten Xerres und dem ersten Artarerres, Ahaschwerosch undArtachschaschta, wiederholten sich die Versuche des Fortbaus, sowie dieStörungen durch die Samaritaner. Die mit der despotischen Negierungdes Reiches verbundene Regellosigkeit brachte es mit sich, daß die Er-klärung königlichen Willens noch nicht hinreichte, den Betheiligten dasZugcsagte zu sichern. Daher bewirkte der Einfluß der zur Gemahlindes Xerres erhobenen Esther nur für den Augenblick eine vortheilhafteWendung und den Nachfolger fanden die Feinde der Juden wieder ihrenEinflüssen zugänglich. Unter dem zweiten Darius begann der Versuchvon Neuem und, da von dem Satrapen wegen Mangels an königlicherErlaubniß Einsprache erhoben wurde, berief man sich auf die von CpruSertheilte Genehmigung, die auch, nachdem man sie in Babylon vergeb-lich gesucht, in Ekbatana oder Achmatha aufgefunden wurde. Da jetztder Tempelbau unter Leitung von Scrubabel und Jesus, die man sichals die Enkel der gleichnamigen, in gleicher Stellung unter Cyrus thä-tigen Männer denken muß, und unter Ermuthignng Seitens der Pro-pheten Haggäus und Zacharias seinen Fortgang hatte und zur Vollen-dung kam, belebte sich auch die Hoffnung der noch außerhalb der Hei-math lebenden Juden im Hinblick auf das neu erstehende Jerusalem.So zog denn mit Zustimmung des folgenden Königs, des ersten Arta-rerres, eine neue Schaar von Juden unter dem Priester Esra der Hei-math zu. Esra brachte einen königlichen Befehl mit, der ihm den Schutzder königlichen Beamten sicherte, lieferte reiche Geschenke, die er mitdes Königs Genehmigung gesammelt, in den Tempelschaß, und es warenvon dem Könige Mittel zur Bestreitung gottesdienstlicher Bedürfnisse,sowie Steuerfreiheit für die Priester gewährt. Doch Esra, der gelehrteund begeisterte Forscher des Gesetzes, ward von Trauer ergriffen, als erbei seiner Ankunft das Volk roh und verwahrlost fand und durch EhenKiesel, Weltgeschichte. I. 10