seinem Nachfolger war sein ältester Sohn Darms bestimmt, dieser wurdeaber, weil er dem Vater nach dem Leben trachtete, hingerichtet und einjüngerer, Ochus, zum Nachfolger bestimmt, der noch vor des VatersTode sich mit dem Blute vieler Mitglieder des königlichen Stammesbefleckte. Er nannte sich als König Artarerrcs. Unter seiner Re-gierung von 302 bis 338 gewinnt das Reich für kurze Zeit eine neueStärke. Während des Erschlaffens despotischer Könige treten oft, anihre Stelle Beamte, die in ihrem Namen, aber nach eigenem Gutdünkenregieren und nach Maßgabe eigener Geschicklichkeit in die Leitung derAngelegenheiten Einheit und Nachdruck bringen. Eine solche Nollespielt unter dem dritten Artarerrcs ein gewisser Bagoas, dessen eigent-liche Stellung die Griechen durch das Wort Chiliarch bezeichneten. Erunterdrückte mit Hülfe griechischer Truppen, die der gewandte, aberverruchte Nhodier Mentor führte, eine neue Empörung Phöniciens durchdie blutigste Rache an Sidon, das unter seinem Könige Tennes an derSpitze der Bewegung gestanden hatte. Er führte dabei den König mitsich und ließ diesem den Schein, die Unternehmung selbst geleitet zuhaben, während er dessen Nähe nur bedurfte, damit nicht während desFeldzuges ein Anderer mit dessen Gunst auch die Macht gewänne. Andie Bezwingung Phöniciens schloß sich die von gleichen Greueln begleitetedes seit der Zeit des zweiten Darms noch immer unabhängigen Aegyp-tens, dessen König Nektanebus, als das Vertheidigungsheer bei Pelu-sium umgangen war und die Städte einzeln in die Hände der Perserfielen, sich nach Aethiopien flüchtete. Ein Zerwürfniß mit dem mächtigenBagoas brachte dem Könige und allen seinen Söhnen, mit Ausnahmedes jüngsten, Arses, den Tod und Arses erhielt von dem Mörder zumSchein die königliche Würde, um durch denselben nach zwei Jahrenebenfalls das Leben zu verlieren. Die Nachkommenschaft des erstenDarms in männlicher Linie war ausgerottet und Bagoas stellte, damiter in Jemandes Namen walte, in Darms Codomannus, der durchseine Mutter von einem Bruder des zweiten Artarerrcs stammte, imI. 336 einen neuen König auf. Da er, der in Kriegen Tapferkeit ge-zeigt hatte und Besseres als seine Vorgänger versprach, für die Zweckedes Bagoas nicht taugte, suchte dieser sich seiner durch Gift zu entledi-gen, mußte aber, da die Sache vorher entdeckt war, selbst den Todes-becher trinken. Darauf begann die Regierung des letzten persischen Königs.
32. Während so die Religion Zoroasters sich unfähig erweist, inihrem Bereich das Leben nach den von ihr aufgestellten Grundsätzen zugestalten und selbst dem Einflüsse verderbterer Formen des Heidenthumsnicht widersteht, stellt sich in dem engen Bezirke des Judenthums dasBild der Erhebung jenen auf dem weitesten Raume verbreiteten Bildernder Versunkenheit entgegen. Ist die Geschichte der Juden unter per-