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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
Seite
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falls mit den Großen der Perser angestellte Berathung zeigt den des-potischen Sinn des Königs und den knechtischen Sinn seiner Umgebung.Mardonius, der sich schon als Statthalter des eroberten Landes sah,sprach für das Vorhaben in einer dem König schmeichelnden Weise und desDarms Bruder Artabanus erregte durch Vorlegung gegründeter Bedenkenden äußersten Zorn des Xcrres, ohne daß das Gewicht derselben einemder Anwesenden den Muth gegeben hätte, auf eine ernstliche Erwägungderselben einzugehen. Sagenhaft ist es, aber zur Bezeichnung dereinstens über den Verlauf großer Unternehmungen herrschenden Ansichtvon Wichtigkeit, daß auch hier ein auf göttliche Einwirkung bezogenesZeichen den König in das unheilvolle Unternehmen fortgerissen habensoll. Es gibt einen Maßstab für die Vorstellung von den Göttern,wenn jede menschliche Größe als ein Gegenstand göttlichen Neides er-scheint, als ob Götter durch ungewöhnliche Macht der Menschen ihreWeltherrschaft bedroht glaubten. Doch läßt sich nicht unterscheiden, wieVieles von solchen Meinungen den Persern selbst zukömmt, da auch dieGriechen, durch welche diese Geschichten überliefert sind, das Vernommenenach den bei ihnen herrschenden Ansichten gestaltet haben können. DieGründe des Artabanuö wirkten während der Nacht dergestalt im Ge-müthe des Königs, daß er am folgenden Tage den Großen das Aus-geben seines Planes verkündete, was diese mit gleicher Unterwürfigkeitwie den ersten Entschluß vernahmen. Darauf tadelt in der nächstenNacht ein Traumgesicht den König wegen dieses Aufgcbens und nachseiner Meinung muß es die beste Probe für die Zuverlässigkeit der Er-scheinung sein, wenn sie bei Artabanus, nachdem dieser in königlicherKleidung sich auf dem königlichen Lager zur Ruhe gelegt, wiedcrkehrt.Der Versuch wird gemacht, Artabanus wird für sein Abrathcn mitAusbrennen der Augen bedroht und erklärt sich nun für den Feldzug.

Bei diesem Zuge entfaltete der Despotismus alle seine Kräfte und alle

seine Pracht. Eine große Flotte kleinasiatischer, phönicischer und ägyptischerSchiffe sammelte sich an der Westküste Kleinasiens, ein großes Landheer !auf der Ebene von Kritale in Kappadocien. Die Natur selbst schien ^dem Könige dienstbar gemacht werden zu sollen. Der Flotte wurde,damit sie den Weg längs des Athos vermeide, ein Kanal durch dieniedrige Landenge gegraben, durch welche die hohe Halbinsel mit demFestlande verbunden ist. Ueber den Hellespont werden an der engstenStelle, zwischen Abydus und Sestus, Brücken zum Uebcrgange des Land-heeres geschlagen und als das Meer sie zerreißt, die Baumeister geköpftund das Meer gepeitscht und sinnbildlicher Weise in Fesseln gelegt, in- -

dem man Fesseln hineinwirft. Sieben Tage und sieben Nächte währt, ^

nachdem die Brücken zum zweiten Male geschlagen sind, der Uebergangnach Thracien. Der König hatte vorher von einer Höhe bei Abydus