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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Pcrscr.

Der griechische Beherrscher von Milet, Histiäns, .hatte für den Dienst,den er während des scythischen Feldzuges dem Darius durch Erhaltungder Donaubrücke geleistet, die Erlaubniß zu einer Niederlassung amStrpmon erhalten, wo er Bergwerke ausbeutete. Das erregte denNeid anderer Griechen, die bei Darius Mißtrauen gegen ihn weckten.Dieser zog ihn an den Hof nach Susa, um ihn dem Namen nach alsRathgeber, in der Thal als Gefangenen, bei sich zu behalten. Histiäus,dem der Zwang mißfiel, hoffte, wenn an der Küste ein Aufstand aus-breche, zu dessen Dämpfung dorthin gesandt zu werden. Nun war seinSchwiegersohn Aristagoras, der in Milet an seine Stelle getreten, mitdem Satrapen zu Sardes, des Königs Bruder Artaphernes, in Händelgerathen. Er hatte bei einem Bürgerkriege der Bewohner von Naroseinen persischen Angriff auf die Insel veranlaßt, sollte aber, da der mitihm uneinige persische Befehlshaber die Sache den Nariern verrathenund so das Mißlingen des Unternehmens bewirkt hatte, die Kriegs-kosten zahlen. In der Unzufriedenheit, in die ihn dies versetzt hatte,traf ihn eine Aufforderung des Histiäus zur Empörung. Er reizte dieerregbaren Griechen, machte Aussicht auf Herstellung der Unabhängigkeit,verjagte aus vielen Städten die von den Persern eingesetzten oder ge-haltenen Gewalthaber und bewirkte einen Aufstand, der sich bis an denBosporus und nach Karien und Lpcien hinein erstreckte, ja die InselCypern ergriff. Bei den Lacedämoniern, auf die sich wegen ihres Vor-ranges in Griechenland auch diesmal die Blicke richteten, fand er keine !Hülfe. Dagegen sandten Athen und Eretria eine Unterstützung, jedoch ^eine schwache, die den Perserkönig reizte, ohne den empörten Griechen,die auch eines einmüthigen Handelns entbehrten, zu helfen. Zwar drangman bis Sardes vor, das in Flammen aufging, aber die Perser wurdender Empörung um so eher Meister, als das an der Küste lang hinge- .streckte Gebiet der Griechen die Vertheidigung erschwerte und zu einemZurückziehen in die einzelnen Städte nöthigte. Aristagoras floh nachden Besitzungen des Histiäus am Strpmon, wo er später von den Ein-geborenen erschlagen wurde. Noch beruhte eine Hoffnung auf der !Flotte, aber Uneinigkeit der den verschiedenen Städten angehörigen Ab- !theilungen, von den Persern gehörig benutzt, verringerte sie und dieZurückgebliebenen wurden durch eine phönicische Flotte vor Milet beider kleinen Insel Lade geschlagen. Milet erlitt ein schreckliches Schicksal.

Es wurde erstürmt und seine Bewohner theils durch das Schwert ge-tödtet, theils zu Sklaven gemacht, theils in das Innere des Reichesan die Mündung des Tigris verpflanzt und die Stadt durch Ansiedleraus der Nachbarschaft neu bevölkert. Histiäus, der Urheber der Em-pörung, der noch eine Zeit lang einen Freibeuterkrieg führte, fiel inArtaphernes Hände und dieser ließ ihn umbringen und sandte seinen