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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Perser.

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ginn des Zuges hatte er ein Heer zur Unterwerfung Ammoniums aus-gesandt, dasselbe war aber, ohne die Oase zu erreichen, von Sandstürmen,wie sie in der Sahara wehen, verschüttet worden. Bei der Rückkehrnach Memphis erschien Kambyses wie ein Rasender, stieß den Apis,dessen Auffindung die Aegpptier eben feierten, mit dem Dolche nieder,ließ die Teilnehmer des Festes umbringen, schändete die Tempel derAegpptier und höhnte ihren Götterdienst.

16. Nicht minder als die Aegpptier, deren Götzendienst den Zorndes Persers erregt haben könnte, wurden auch die Perser selbst undunter ihnen sogar Mitglieder der königlichen Familie von Kambyses Wuthbetroffen. Eine früh herbeigeführte sittliche Verderbniß hatte unter demEinflüsse eigentlicher den Despotismus begründenden Lehren einen Sinnin dem Könige erzeugt, der für jeden Widerstand die Vernichtung desUrhebers desselben forderte. Einst ließ er zwölf vornehme Perser le-bendig begraben und als Krösus ihm deßhalb Vorstellungen machte, ent-ging er nur durch schleunige Flucht dem augenblicklichen Tode. Ergrimmthieß der König ihn aufsuchen und tödten. Die Diener, an den Wechselseiner Laune gewöhnt, verschoben die Ausführung, um, wenn ihn derBefehl reue, Dank zu verdienen, wenn er ihn nicht reue, nachträglichdas Befohlene zu thun. Da verlangte Kambyses nach Krösus und alser hörte, daß er noch lebe, äußerte er seine Freude darüber, ließ aberdie Diener den Ungehorsam mit dem Tode büßen. Als Bild knechtischerUnterwürfigkeit, die unter solchem Herrscher sich entwickelt, ist die Ge-schichte des Preraspes aufbewahrt. Diesen, einen seiner Vertrauten,fragte der König nach der Art, wie die Perser über ihn urtheilten und,da er von ihm hörte, daß seine Liebe zum Weine bedauert werde, schoßer dem Sohne des Preraspes einen Pfeil ins Herz, um zu zeigen, daßer die Besinnung nicht verloren habe. Der Höfling aber betheuerte, inder That könne ein Gott nicht besser schießen.

17. Ein Opfer dieser tyrannischen Wuth war auch des KönigsBruder Smerdis geworden, wobei Preraspes als Werkzeug gedient hatte.Ein Traum, in welchem er den Bruder auf dem königlichen Thronsitzen gesehen, war ihm Veranlassung gewesen, denselben heimlich ausdem Wege räumen zu lassen. Plötzlich aber erhielt Kambyses in Ae-gypten, wo er nach der Eroberung noch mehrere Jahre verweilt hatte,die Nachricht, daß in der Heimath Smerdis als König anerkannt seiund, als er den Preraspes zur Rechenschaft zog, machte dieser ihmwahrscheinlich, daß der angebliche Smerdis ein dem Gemordeten sehrähnlicher Magier, Sphendadates, sei, der mit Hülfe seines dem könig-lichen Hause vorstehenden Bruders Patizithes sich für Smerdis ausgebeund, da Smerdis Mord geheim geblieben sei, das Volk leicht täusche.Sofort brach Kambyses mit dem Heere auS Aegypten gegen den Em-