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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Israeliten.

bildeten und ordnete die Verrichtungen und den Dienstwechsel der Priesterund Leviten. Zur Seele des Gottesdienstes aber machte er den heiligenGesang, durch welchen die von Moses verkündeten Wahrheiten mittelstAnwendung auf die verschiedensten Lagen zur Lösung der Widersprüchedes Lebens benutzt wurden und so den ganzen Reichthum ihres Inhaltesentfalteten. Die ihm eigene Gabe des dichterischen Wortes, verbundenmit der Fülle der Gedanken, welche bei der Mannigfaltigkeit seiner Be-strebungen und seiner Erlebnisse in seiner Seele aufstiegen, machte ihnselbst zum Meister des heiligen Gesanges und eine höhere Weihe, durchwelche er sich als Prophet an Samuel und Moses anreiht, vollendeteseine Fähigkeit für den Beruf, der Mosaischen Offenbarung zu den Her-zen der Menschen die Bahn zu brechen. Ihm gehört der Psalter theilsunmittelbar an durch die von ihm verfaßten Psalmen, theils mittelbardurch die Psalmen derjenigen Leviten, die er wegen ihrer dichterischenund musikalischen Begabung zu Genossen seines Bemühens für Belebungdes Gesanges gewählt hatte. Das Unglück, welches er in sündhafterHingebung an die Sinnlichkeit in seinem Verbrechen gegen Bathsebaund deren Gatten Urias erlitt, und das Unglück, welches ihn durch dieEmpörung seines Sohnes Absalon traf und ihn, den König, nach Abfalldes größten Theiles des Volkes zum Flüchtling machte, ließ ihn dieNeue und die Demüthigung in einer Weise singen, daß dadurch Em-pfindungen und Gedanken, welche der ganzen Menschheit angehören,für alle Zeiten ihren vollendetsten Ausdruck erhielten und an seinenLiedern noch jetzt den Einzelnen das innerste Weben des eignen Herzensklar wird. Schwingt er sich da, wo er den verheißenen Heiland derWelt aus der Ferne schaut, zu einer Höhe, in welche ihm Wenige fol-gen können, empor, so steht er in der heldenmüthigen Reue, durch dieer die Beleidigung Gottes sühnt und das gegebene Aergerniß aufhebt,sowie in der unbedingten Hingebung an Gottes Willen und der tiefenTrauer um den erst durch den Aufruhr, dann durch den Tod verlorenenSohn, mit allen Menschen in einer Uebereinstimmung, in welcher siesich in ihm wieder finden und sich an ihm erheben können.

16. Ihm folgte für einen abermals vierzigjährigen Zeitraum seinund der Bathseba Sohn Salomo, dessen Herrschaft erst durch Unter-drückung der von dem älteren Sohne Adoniah im Verlangen nach derHerrschaft erregten und von Joab beförderten Empörung gesichert wer-den mußte. Seine Regierung war nach diesem Kampfe ruhig und denWerken des Friedens gewidmet. Sein Hauptwerk ist die Ausführungdes von David vorbereiteten Tempelbaues auf Moriah, der Höhe, woAbraham den Isaak hatte zum Opfer darbringen wollen. In gleicherWeise wurde, was sonst noch David begonnen hatte, weiter fortgesetztund ausgebildet. Die Hauptstadt wurde mit Palästen, Festungswerken